L. Gesundheit der arbeitenden Bevölkerung. 797
zwölf Uhr in der Nacht von der Grube kamen und ihren Speck an dem
Feuer brieten, vermehrten dadurch den schon erstickenden Geruch in dem
Schlafzimmer. Das Wasser war das einzige Getränk, das die Leute hatten;
Jenn sie erzählten, dass kein Bierhaus in der Runde von sieben Meilen
1a sei und wenn auch eins vorhanden wäre, so durften sie es, aus Furcht
entlassen zu werden, nicht besuchen, Die Leute sagten alle aus, dass
ihr Schlafraum ein gutes Beispiel von allen Schlafräumen des Landes sei;
der einzige Unterschied sei nur die grössere oder geringere Anzahl von
Jort Schlafenden, je nach dem Betrieb der Bergwerke.,
Seite 120. Mr. Riddall Wood, von der Manchester Statistical So-
ziety , beschreibt einige der Schulen für die Stadtbevölkerung von Man-
;hester, Liverpool, Leeds, Hull und York:
„In einer Schule, worin der Durchschnittsbesuch die Zahl sechsund-
dreissig überstieg, fand ich nur acht Schüler anwesend. Als ich nach dem
Grunde fragte, erklärte mir die Lehrerin, dass der Rest ihrer Schüler die
Masern hätte. Ich bemerkte ein Bett in dem Schulzimmer, worin ein von
dieser Krankheit sehr entstelltes Kind lag. Ein anderes Kind war an den
Masern gestorben. In einer anderen Schule. in Liverpool mit mehr als
rierzig Schülern im Durchschnitt fand ich nur zehn. Als ich näher auf
ien Grund einging, erfuhr ich, dass das Scharlachfieber ausgebrochen sei,
Der Lehrer bemerkte: „Es ist äusserst seltsam, wie dieses Fieber nur
meine Schule besuchende Kinder ergriffen hat, während meine Nachbarn
davon verschont geblieben sind.“ Ich gab als Grund die Ueberfüllung der
Schule an. Das Zimmer war niedrig. Wenn alle Schüler in demselben
sitzen, so muss es ganz furchtbar überfüllt sein. Keine Ventilation war
vorhanden. Ich fand, dass in vielen Schulen zwanzig bis hundert Schüler
in einem schmutzigen Hause oder Keller gedrängt sassen ohne Luft oder
Ventilation. Die Ausdünstung durch Athmen und Kleider war ausser-
ordentlich gefährlich und muss der Gesundheit der Kinder sehr nachthei-
lig gewesen sein.“
Seite 124. Mr. Riddall Wood wurde über die Wirkungen über-
llter Wohnungen auf die moralischen Gewohnheiten in den verschieden-
sten Städten examinirt:
„In welchen Städten fanden Sie die grösste Ueberfüllung von Woh-
nungen?
In Manchester, Liverpool, Ashton-under-Lyne, Pendleton. In einem
Keller in Pendleton waren drei Betten in den zwei Zimmern, aus denen
lie Wohnung bestand. Keine Thür trennte die beiden Zimmer. In dem
ainen Bett schlief der Mann und seine Frau; in dem zweiten ein Mann,
seine Frau und sein Kind; in dem dritten schliefen zwei unverheirathete
Frauenzimmer. In Hull habe ich ähnliche Fälle angetroffen. Eine Mutter
von fünfzig Jahren schlief mit ihrem Sohne von fünfundzwanzig in einem