Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

M. Frauen und Kinder in den Gewerben. 741 
Kinder legen; sie glauben der Schule noch eine Gunst zu erweisen, wenn 
sie die Kinder hinschicken; auch dann sogar, wenn der Unterricht gratis 
ertheilt wird, Und man kann im Allgemeinen annehmen, dass da, wo die 
Kinder zur Schule angehalten werden, die Eltern eine höhere Bildung 
als ihre Umgebung besitzen, wenn schon sie derselben Classe angehören.“ 
„Wir können uns nicht viel auf den ungebildeten Theil der jungen Leute 
verlassen; sie sind gewöhnlich nicht zuverlässig, sie pflegen zu lügen\ und 
sich zu streiten. Sie sind nicht so höflich wie die Gebildeten unter ihnen ; 
sie sind träge und machen sich’s zu Nutze, wenn man ihnen den Rücken 
kehrt.“ „Ein Blick genügt mir, um die Kinder, welche die Schule be- 
suchen, von denen zu unterscheiden, die es nicht thun; sie sind viel auf- 
geweckter und intelligenter.“ „Im Allgemeinen sind die etwas gebildeten 
Kinder viel fleissiger bei der Arbeit und viel leichter zu lenken; sie wer- 
len viel schneller mit ihrer Arbeit fertig und irren sich seltener dabei.“ 
„Bei Kindern, welchen der Segen der Bildung zu Theil geworden ist, 
ffenbart sich dies dadurch, dass sie viel besser auf den Befehl achten 
und denselben lieber annehmen, dass sie viel schneller das, was man 
meint, zu erfassen vermögen und im Allgemeinen gewandter und rascher 
sind.“ 
„Die Kinder, die keine Bildung besitzen, haben stets den Hang zu 
jügen und zu veruntreuen; sie haben kein Bewusstsein moralischer Ver- 
pflichtung, sind mürrisch, verdriesslich und träge, und lange nicht so zu- 
verlässig als diejenigen, die etwas gebildet sind.“ 
4. Die Arbeiter in den Bergwerken. 
Children’s Employment Report II, 1843, S. 154, 
Mr. Symons sagt von den Kohlen- und Eisenbergwerken in York- 
shire: „Ich bin überzeugt, dass die Mehrzahl der Kinder sogar in Be- 
zug auf die Wahrheiten des Christenthums und die Thatsachen der heili- 
gen Schrift sich in einem Zustand heidnischer Unwissenheit befinden. 
Das Zeugniss der Kinder giebt ein Bild solcher moralischer und geisti- 
ger Finsterniss, dass jedes christliche Gemüth von Schrecken und Mitleid 
ergriffen werden muss; ich kann aber mit dem besten Gewissen sagen, 
dass dieses Bild alles eher als übertrieben ist. Einige sind zwar besser 
unterrichtet, aber unter denjenigen, die in Kohlengruben arbeiten, wird 
man nicht mehr als ein Kind unter Dreien, oder höchstens zwei unter fünf 
Kindern finden, die die gewöhnlichsten Fragen, sowohl religiösen als welt- 
lichen Inhalts, zu beantworten vermöchten. Ich bezeuge es ohne Zau- 
dern, dass die in Bergwerken arbeitenden Kinder im Ganzen genommen 
in einem Zustand absoluter und erschreckender Unwissenheit aufwachsen, 
und ich bin überzeugt, dass die beweisenden Aussagen, die ich hiermit 
zus allen Classen beibringe, von Geistlichen, Magistatspersonen, Meistern, 
Arbeitern und Kindern, genugsam die Härte derjenigen Ausdrücke darthun
	        
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