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Was die Bevölkerung auf dem Lande betrifft, so verbraucht sie
insgesamt ein bedeutendes Quantum von Eisenprodukten; direkt
konsumiert sie eine Menge von Dachblech, indirekt durch Vermittlung
der Metallfabriken verschiedene Eisenerzeugnisse und insbesondere
landwirtschaftliche Maschinen und Werkzeuge. Ob hier eine wirkliche
Vergrößerung vorhanden ist, ist schwer festzustellen. Die landwirt
schaftlichen Maschinen erfahren beständige, obwohl relativ nicht
besonders rasche Verbreitung, andere Sorten kaum.
Südrußland setzte nun in 1000 Pud folgende Menge von fertigen
Produkten auf dem privaten Markte ab:
Jahr
Fertige Produkte
im Süden
°/ 0 vom
Gesamtabsatz
Fertige Produkte
in Rußland
1903
39 704
45,7
86815
1904
39981
45,6
87 579
1905
41091
48,2
85181
1906
41 629
46,0
90463
1907
46 716
51.2
92470
1908
49210
53,3
92595
Der südrussische Absatz befindet sich in bedeutend günstigeren
Verhältnissen, als das auf anderen Gebieten der Fall ist. Die
Gesamtquote des südrussischen Absatzes wächst immer mehr, ob
wohl auch sie, wie die Ziffern zeigen, gewissen Schwankungen unter
worfen ist.
Am vollkommensten ist im Süden die Herstellung des sogen,
fertigen Halbzeugs konzentriert (über 90°/ n des Gesamtabsatzes).
Man setzt es hauptsächlich nach Polen ab. Ein ähnliches Monopol
hat der Süden auch im Verkauf von Schwellen und Trägern. Die
Bewegung der Konsumtionsquote in den letzten Jahren zeigt einen
gewissen Stillstand in der Nachfrage nach diesen Produkten. Dafür
sprechen auch die großen Vorräte (etwa 2 Mill. Pud), die sich bis
zu Ende des Jahres 1908 angesammelt hatten. Die wichtigsten
Konsumenten sind hier hauptsächlich die großen Städte. Etwa ein
Viertel der ganzen südrussischen Produktion konsumiert St. Petersburg
und Umgegend, etwa ein Viertel der Moskauer Bezirk, zwei Fünftel
das Königreich Polen und die Baltischen Provinzen.
Eine Art Krisis macht sich gegenwärtig auch in der Produktion
von Eisenblech bemerkbar. Besonders tritt dies beim Kesselblech
und anderen starken Sorten hervor, die überwiegend von den süd
russischen Werken hergestellt werden. Diese Erscheinung ist auf
den dauernden Stillstand in der Werftindustrie, ebenso wie auch auf
die schwache Entwicklung der Maschinenindustrie überhaupt zurück
zuführen.