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Belegstellen.
5. Zusammenfassung über den moralischen Zustand der Kinder in
Bergwerken, Gewerben und Manufacturen.
Children’s Employment Report II, 1848, S. 199 £.
Es giebt nur wenige Classen dieser „in numbers“ zusammenarbeiten-
den Kinder und jungen Leute, die nicht grossentheils in einem Zu-
stand beklagenswerther moralischer Verkommenheit leben.
Diese niedrige Stufe des moralischen Zustands prägt sich in einer all-
gemeinen Unkenntniss der moralischen Pflichten und Vorschriften aus,
wie in dem Mangel an moralischer und religiöser Zucht, wie dies bei
einigen sich hauptsächlich durch gemeine Manieren und ruchlose und
ungeziemende Reden äussert, bei andern durch eine grobsinnliche Un-
moralität, die schon in sehr jungen Jahren bei beiden Geschlechtern
ielfach vorkommt. .
Dieser gänzliche Mangel an sittlicher Zucht kommt daher, dass es im
Allgemeinen an jeglicher moralischer und religiöser Erziehung fehlt;
dass es verhältnissmässig selten in diesen Classen ist, dass die Kinder
das Glück haben, moralische religiöse Eltern zu besitzen, die sie be-
lehren und leiten; im Gegentheil wurzelt ihr trauriger, moralischer
Zustand oft gerade in der Verkommenheit der Eltern, die ihren Kin-
Adern weder ein gutes Beispiel zu geben, noch irgend welche wohl-
thätige Aufsicht über deren Aufführung zu führen vermögen, da sie
selbst aufgewachsen sind, ohne dass ihnen tugendhafte Sitten gelehrt
worden wären.
Da sich die Eltern gewöhnlich durch Unbedachtsamkeit in Noth be-
finden, so werden sie dadurch gezwungen, die Kinder an die Arbeit
zu stellen, sobald sie nur den allergeringsten pecuniären Nutzen dar-
aus ziehen können; der aus dieser in so zartem Alter begonnenen
Arbeit wahrscheinlich entstehende schädliche Einfluss auf die Ge-
sundheit der Kinder macht ihnen wenig Sorge, und noch weniger
kümmern sie sich darum, dass die geistige Ausbildung der Kinder da-
durch, dass sie die Schule so frühzeitig wieder verlassen müssen, sehr,
wenn nicht ganz vernachlässigt werden muss. Wenn man sie fragt,
zo sprechen sie selten in Hinsicht auf den Schutz und das Wohl ihrer
Kinder den Wunsch nach geregelten Arbeitsstunden aus, wohl aber
geben sie beständig ihren Befürchtungen, irgend eine gesetzliche Be-
stimmung könne ihnen den Profit von der Arbeit ihrer Kinder rau-
ben, den lautesten Ausdruck, Der natürliche elterliche Trieb, während
der frühen Kinderjahre für des Kindes Unterhalt zu sorgen, ist in
sehr vielen Fällen gänzlich erloschen, ja, die Ordnung der Natur wird
amgekehrt, indem die Kinder ihre Eltern unterhalten, anstatt von
ihnen unterhalten zu werden.
Weil die Mädchen so früh ihr Heim und die Tagesschulen verlassen,
um irgend eine Arbeit zu erlernen, sn fehlt ihnen Gelegenheit und
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