Full text: Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

748 
Belegstellen. 
Zukunft ihre Gesundheit, Brauchbarkeit und Zufriedenheit gänzlich 
ıntergraben. 
Das Unheil, welches aus so frühzeitig betretenen und oft bis zum 
Lebensende inne gehaltenen Abwegen entspringt, führt nicht selten 
ausser dem Ruin des Einzelnen auch den Anderer herbei, die das 
böse Beispiel angesteckt hat; es werden Fälle erwähnt, wo sich Jüng- 
linge verbündet haben, um so vereint Verbrechen und Gewaltthätig- 
heiten auszuüben. 
Viele Zeugen, unter denen besonders viele Arbeitgeber und Aufseher, 
schreiben die in jüngster Zeit in verschiedenen Districten ausgebro- 
chenen Putsche der noch bei weitem verderblicheren Unwissenheit und 
Leichtgläubigkeit der Erwachsenen zu, welchen die jetzige Generation 
vollständig ähnlich werden muss, wenn keine Wege zu ihrer mora- 
lischen Hebung eingeschlagen werden. In dieser Unwissenheit und 
Leichtgläubigkeit glauben die Zeugen mit Gewissheit, die wahre Quelle 
der einflussreichen Macht der Agitatoren zu erkennen, die wahre Ur- 
sache, warum es den Unruhstiftern gelingt, eine so grosse Volksmasse 
zu gängeln und zu täuschen. 
Derjenige Einfluss, von dessen Wirksamkeit eine Reaction gegen alle 
diese schlechten Tendenzen zu erwarten wäre, nämlich der einer sowohl 
weltlichen wie religiösen Bildung, ist von solch beklagenswerther 
Schwäche, dass in allen Districten grosse Kinderschaaren ohne die ge- 
ringste religiöse, moralische oder intellectuelle Zucht aufwachsen; es 
wird nichts gethan, um sie an Ordnung, Mässigkeit, Ehrlichkeit und 
Vorbedacht zu gewöhnen oder nur um sie dem Laster und Verbre- 
zhen fern zu halten. 
Weder in den neuen Kohlen- und Bergwerkdistrieten, die plötzlich eine 
grosse Menschenmenge in neuen Oertlichkeiten versammelt haben, noch 
in den plötzlich durch den grossen Erfolg irgend eines neuen Gewerbs- 
zweiges emporgekommenen Städten findet man irgendwelche Vorsorge 
für’Errichtung von Schulen mit gut qualificirten Lehrern oder für die 
Beschaffung der erforderlichen Mittel zur moralischen und religiösen 
Belehrung und Zucht oder für die Befriedigung geistiger Bedürfnisse 
des Volkes. Gewöhnlich ist auch keine Vorsorge getroffen, um die 
bildenden und religiösen Institutionen in das richtige Verhältniss zu 
der Grösse der Bevölkerung zu bringen. 
In nicht einem District sind die für die Schulen bestimmten Mittel 
den Bedürfnissen des Volkes entsprechend; in einigen Districten aber 
ist der Mangel so augenfällig, dass Geistliche und andere Zeugen aus- 
sagen, dass die factisch existirenden Schulen nicht für ein Drittel 
der Bevölkerung ausreichend seien. 
(5. Wären die Schulen aber auch in noch so grosser Anzahl vorhanden, 
und noch so vortrefflich. so würden sie doch für einen grossen Theil
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.