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Belegstellen.
Zukunft ihre Gesundheit, Brauchbarkeit und Zufriedenheit gänzlich
ıntergraben.
Das Unheil, welches aus so frühzeitig betretenen und oft bis zum
Lebensende inne gehaltenen Abwegen entspringt, führt nicht selten
ausser dem Ruin des Einzelnen auch den Anderer herbei, die das
böse Beispiel angesteckt hat; es werden Fälle erwähnt, wo sich Jüng-
linge verbündet haben, um so vereint Verbrechen und Gewaltthätig-
heiten auszuüben.
Viele Zeugen, unter denen besonders viele Arbeitgeber und Aufseher,
schreiben die in jüngster Zeit in verschiedenen Districten ausgebro-
chenen Putsche der noch bei weitem verderblicheren Unwissenheit und
Leichtgläubigkeit der Erwachsenen zu, welchen die jetzige Generation
vollständig ähnlich werden muss, wenn keine Wege zu ihrer mora-
lischen Hebung eingeschlagen werden. In dieser Unwissenheit und
Leichtgläubigkeit glauben die Zeugen mit Gewissheit, die wahre Quelle
der einflussreichen Macht der Agitatoren zu erkennen, die wahre Ur-
sache, warum es den Unruhstiftern gelingt, eine so grosse Volksmasse
zu gängeln und zu täuschen.
Derjenige Einfluss, von dessen Wirksamkeit eine Reaction gegen alle
diese schlechten Tendenzen zu erwarten wäre, nämlich der einer sowohl
weltlichen wie religiösen Bildung, ist von solch beklagenswerther
Schwäche, dass in allen Districten grosse Kinderschaaren ohne die ge-
ringste religiöse, moralische oder intellectuelle Zucht aufwachsen; es
wird nichts gethan, um sie an Ordnung, Mässigkeit, Ehrlichkeit und
Vorbedacht zu gewöhnen oder nur um sie dem Laster und Verbre-
zhen fern zu halten.
Weder in den neuen Kohlen- und Bergwerkdistrieten, die plötzlich eine
grosse Menschenmenge in neuen Oertlichkeiten versammelt haben, noch
in den plötzlich durch den grossen Erfolg irgend eines neuen Gewerbs-
zweiges emporgekommenen Städten findet man irgendwelche Vorsorge
für’Errichtung von Schulen mit gut qualificirten Lehrern oder für die
Beschaffung der erforderlichen Mittel zur moralischen und religiösen
Belehrung und Zucht oder für die Befriedigung geistiger Bedürfnisse
des Volkes. Gewöhnlich ist auch keine Vorsorge getroffen, um die
bildenden und religiösen Institutionen in das richtige Verhältniss zu
der Grösse der Bevölkerung zu bringen.
In nicht einem District sind die für die Schulen bestimmten Mittel
den Bedürfnissen des Volkes entsprechend; in einigen Districten aber
ist der Mangel so augenfällig, dass Geistliche und andere Zeugen aus-
sagen, dass die factisch existirenden Schulen nicht für ein Drittel
der Bevölkerung ausreichend seien.
(5. Wären die Schulen aber auch in noch so grosser Anzahl vorhanden,
und noch so vortrefflich. so würden sie doch für einen grossen Theil