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23. In allen Distrikten stellte sich beim Examen heraus, dass sehr viele
Kinder, welche während eines Zeitraumes von fünf bis neun Jahren
Jahren regelmässig; die Sonntagsschulen besucht hatten, nicht im
Stande waren, ein leichtes Buch zu lesen oder das gewöhnlichste
Wort zu buchstabiren; auch kam nicht nur die grösste Unkenntniss
Jjer christlichen Grundsätze, Lehren und Vorschriften zu Tage, son-
dern sie wussten auch absolut nichts von den Erzählungen der hei-
ligen Schrift oder von den dort am häufigsten vorkommenden Namen.
3eim Examen stellte sich ferner überall heraus, dass viele Kinder,
welche von der Schule abgegangen waren mit dem Zeugniss, dass sie
lesen könnten, nur gerade die Buchstaben des Alphabets kannten;
nur sehr wenige konnten ein leichtes Buch ohne Mühe lesen; und in
Schottland konnte von den als schreibenkönnend Entlassenen nicht
Äer fünfte Theil ihre Namen leserlich niederschreiben; unter fünfzig
Kindern fand sich kaum eines, das gut genug zu schreiben vermochte
um das Erlernte zu irgend welchem nützlichen Zwecke zu verwerthen.
Selbst unter denjenigen, die flüssig lesen konnten, fanden sich bei
Befragung sehr wenige, die irgend eine Vorstellung mit den Worten,
die sie aussprachen, verbanden, oder die im Stande waren, den Exa-
minatoren einige anscheinend sehr leichte und einfache Benennungen
und Dinge irgendwie verständlich zu erklären, so dass diese Kinder
in vielen Fällen, obschon sie Jahre lang so zu sagen gebildet worden
waren, ebenso wenig Vortheil davon hatten, was das Erlernen irgend
welcher nützlicher Kenntnisse oder die Ausbildung zu irgend welchem
Jurch Bildung erreichbaren höheren Zwecke anbelangt, als wenn sie
lie Schule niemals besucht hätten.
Zinige wenige Kinder, welche in den besten Schulen gewesen waren,
Jewiesen zwar beim Examen, dass sie sich genug Elementarbildung
angeeignet hattean, um darauf hin mit einigem Recht hoffen zu dür-
fen, dass dieselbe so in ihnen -nachreifen werde, um ihnen im späteren
Leben von wahrhaftem Nutzen zu sein; doch die grössere Masse der
Kinder waren über alle weltlichen und religiösen Fragen im Zustand
der absolutesten Unwissenheit.
Unter den Kindern, welche in Zinn, Kupfer-, Blei- und Zinkbergwer-
ken arbeiten, und die in sehr viel späterem Alter als in den Kohlen-
und Eisenbergwerken, oder im Handel und Gewerbe üblich ist, erst
zu dieser unterirdischen Arbeit herangezogen werden, befinden sich
sehr Viele, die die Tagesschulen für eine kürzere oder längere Dauer,
gewöhnlich während einiger Jahre besuchen, ehe sie anfangen zu ar-
beiten, und selbst nachher noch in die Abendschulen gehen, da in
diesen Bergwerken die Erstilingsarbeiten weniger anstrengend sind, als
in den Kohlen- und Eisengruben.
28. Obgleich selbst in diesen Distrieten die für die intellectuelle, sittliche
und religiöse Zucht nnd Ausbildung der Kinder vorhandenen Mittel
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