Full text : Zwei Bücher zur socialen Geschichte Englands

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Erstes Buch, Cap. 1.

(incl. Parlament) von der Majorität derjenigen ausgehe, deren
Verhältnisse sie über die Gefahr der Corruption erhaben
machen‘“. Die allgemeinen theoretischen Grundlagen sind
dieselben wie in dem Essay on the first Prineiples.
In dieser Schrift sind einfach die älteren Rousseau’schen
Staatsvertragsideen und die jüngeren utilitarischen Nützlichkeitstheorien
 verschmolzen — beide aber zu weniger extremen
 Consequenzen ausgebildet.
Der Mensch unterscheidet sich von den Thieren durch
seine unbeschränkte Fähigkeit zur Ausdehnung des Wissens,
zu Vervollkommnung und Fortschritt. Vervollkommnung und
Fortschritt (improvement) sind aber, echt praktisch materialistisch,
 identisch mit „grösserer Macht glücklich zu werden“.
Die Aussicht, dass das Ende der menschlichen Entwicklung
paradiesisch sein wird, beruht auf den Wirkungen der Arbeitstheilung.
 Das grosse Mittel, wodurch Gott seinen Zweck, die
Menschheit zu einer grösseren Vervollkommnung, d. h. Glück,
zu führen, erreichen will, ist Gesellschaft, d. h. Regierung.
Also ist die Frage, auf die es ankommt, die, welche Form
der Regierung am meisten Glück erzeugt. Das
ist also derselbe Utilitarjanismus, den wir später bei Bentham
finden und der hier mit einem Gottesglauben ebenso oberfächlich,
 aber auch ebenso ungezwungen verbunden wird,
wie denn der materialistische Philosoph Gott gleichsam als
Maschinenmeister resp. Erbauer des Weltmechanismus behandelt.

Also Gott will das Glück der Menschen, diese streben
mit Recht nach ihrem Glück — und in diesem natürlichen
Streben schliessen sie den Staatsvertrag. „Alle Menschen
leben in Gesellschaft zu Ehren ihres gegenseitigen Vortheils,
Deshalb ist der Nutzen und das Glück der Mitglieder, d. h,
der Majorität der Mitglieder jedes Staats der grosse Maassstab,
 nach welchem jede diesen Staat berührende Frage endgültig
 entschieden werden muss“ (l. c. S. 13).
Einen Beweis für die Richtigkeit dieses Glücksprincips
versucht Priestley ebensowenig als für die damit verbundene
Lehre von dem Zustand ursprünglicher Freiheit, aus dem man
            
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