Formamintpastillen
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Fruchtessenzen
-dampf und Luft über glühende Kupferspiralen
geleitet. Das in abgekühlten Vorlagen gesammelte
Destillat besteht aus einer wäßrigen, 30 bis
4oo/ 0 igen Formaldehydlösung, die durch Destillation
von dem in geringer Menge mit über-.gegangenen
Methylalkohol befreit wird und eine
farblose, stechend riechende Flüssigkeit vom
spez. Gew. 1,079—1,081 bildet. F. reduziert
-ammoniakalische Silbernitratlösung unter Bildung
eines Spiegels, hinterläßt beim Verdampfen
eine weiße Masse, Paraformaldehyd
(CH 2 0)n, die beim Austrocknen in Trioxymethylen,
(CPI 2 0) 3 , übergeht und bei Einwirkung
von Ammoniak Hexamethylentetramin
(Urotropin) (s. d.) bildet. Reines
Formalin soll beim Erhitzen vollständig flüchtig
sein und darf weder Metalle, Chloride und Sulfate,
noch größere Mengen von Ameisensäure
(höchstens 0,250/0) enthalten. Es ist ein starkes
Protoplasmagift und wirkt infolgedessen höchst
desinfizierend und konservierend. In der Medizin
findet F. als Antiseptikum in 1 j% 0 -—10/oiger
Lösung Anwendung. Seiner Anwendung zur
Haltbarmachung von Nahrungsmitteln stehen
die gesetzlichen Vorschriften entgegen, hingegen
wird es in der Technik schon länge zur Konservierung
von Rohstoffen (der Gerbereien, Abdeckereien
usw.) sowie von organischen Lösungen
(Gummi, Leim, Stärkelösungen) benutzt.
Auch findet F. Verwendung in der Elektrotechnik,
Gummiwarenindustrie, Photographie,
Lederfabrikation (zum Härten der Häute), Glasindustrie
usf. Die Landwirtschaft benötigt ihn
zur Bekämpfung der Getreidekrankheiten sowie
der Maul- und Klauenseuche der Tiere. Im
Gärungsgewerbc dient er zum Reinigen von
Kellereien. Weiter wird F. benutzt zum Härten
anatomischer Präparate und zum Einbalsamiefen
von Leichen, Bekannt ist auch seine Anwendung
als Mittel gegen zu reichliche Schweißabsonderung
und zur Raumdesinfektion. Vor
anderen Desinfektionsmitteln hat er den Vorzug,
daß er sich als Gas im ganzen Raum gleichmäßig
verteilt und Zimmer samt Inhalt des-’nfiziert,
ohne auf Gegenstände schädigend einzuwirken
und unangenehmen Geruch zu hinter-(
a ssen. Die Aufbewahrung des Formalins hat
ln gut verschlossenen Gefäßen, vor Licht geschützt
und in Räumen mittlerer Temperatur zu
erfolgen. Wegen der heftigen Einwirkung auf
fLe Schleimhäute ist beim Riechen an F-Lösungen
Vorsicht zu beobachten.
Formamintpastillen mit je 0,01 g Formal-~
chyd, der aber infolge einer eigenartigen
Ackeren Bindung weder geschmacklich noch
re 'zend hervortritt, bilden ein vortreffliches,
uueh vorbeugend wirkendes Mittel gegen Schnupfen
und Katarrhe,
Forman, ein Desinfektionsmittel der Lingner-^erke
in Dresden, wird durch Einleilen von
^alzsäuregas in ein Gemisch von Menthol und
torrnaldehyd hergestellt und ist demnach als
'-hlormethylmenthyläthcr, C^H^O . O . CI-I 2 , an-^sprechen.
Die farblose Flüssigkeit dient zur
Herstellung von Pastillen und Formanwatte,
aie gegen Schnupfen und Katarrhe angewandt
Werden.
Formpuder für Metallgießerei besteht entv
eder aus Lykopodium oder aus Kalkpulver,
Mercks Warenlexikon.
das bisweilen noch mit Mineralöl oder Paraffin
imprägniert und mit Kalk vermischt ist.
Franzbranntwein (lat. Spiritus Vini Gallici,
frz. Esprit de Vin, engl. Wirte spirit), in der
ursprünglichen Bedeutung des Wortes ein
durch Destillation billiger Weine oder Weinrückstände
erhaltener Branntwein, bildet eine
gelblichbraune Flüssigkeit von aromatischem
Geruch und Geschmack mit einem Alkoholgehalt
von etwa 40—50 Gewichtsprozenten. Kr
wird jetzt vielfach künstlich durch Mischen von
Kognakessenz mit Spiritus, zuweilen auch unter
Zusatz von Kochsalz hergestellt und zu Einreibungen
und gegen Haarausfall angewandt.
Frauenhaar (lat. Herba capillorum veneris,
frz. Capillaire de Montpellier, engl. Maiden-Hair)
heißt seiner glänzend schwarzbraunen,
haarförmigen Stiele wegen ein im südlichen
Europa und Süddeutschland an Felsen und
feuchten Mauern wachsendes feingefiedertes
Farnkraut, Adiantum Capillus Veneris,
das früher als ein wichtiges Arzneimittel galt
Das Kraut hat einen süßlichen und zusammenziehend
bitterlichen Geschmack und dient als
Brusttee, besonders aber zur Bereitung des
früher offizineilen Sirupus Capillorum veneris,
der in Frankreich unter dem Namen
Sirop capillaire als Zusatz zu Zuckerwasser sehr
beliebt ist, aber gewöhnlich nachgemacht wird.
Fruchtäther (frz. Ethers de fruits, engl. Fruit
essences) nennt man eine Reihe flüchtiger chemischer
Verbindungen, welche den Geruch verschiedener
Obstsorten mehr oder weniger täuschend
wiedergeben und in chemischer Hinsicht
als zusammengesetzte Ester organischer Säuren
mit Alkoholen anzusprechen sind. Sie werden
durch Destillation der entsprechenden Säuren
und Alkohole unter Zusatz von konz. Schwefelsäure
in besonderen Fabriken dargestellt und
für sich allein oder als Gemische in denVerkehr
gebracht. Die bekanntesten sind die Amylester
der Essigsäure, Valeriansäure, Buttersäure
und Ameisensäure, ferner die Äthylester der
Essigsäure, Buttersäure, Valeriansäure, Ameisensäure,
Benzoesäure, Önanthsäure sowie in geringerem
Maße die Menthylester der Essigsäure
und Salizylsäure. Von den gangbarsten Gemischen
seien erwähnt der Ananasäther (Buttersäureäthyl-
und -amylester), Äpfeläther
(Essigester und Valeriansäureamylester), Aprikosenäther
(Buttersäure- und Valeriansäureäthylester),
Birnenäther (Essigsäureäthyl- und
-amylester), Himbeeräther usf. Bisweilen sollen
sie auch Zusätze von Salpeteräther, Amylalkohol
und Chloroform erhalten, die aber aus
gesundheitlichen Rücksichten zu verwerfen sind.
Die F. finden ausgedehnte Anwendung zur Fabrikation
von Likören, Konditoreiwaren, Fruchteis,
Fruchtgelees und Brauselimonaden, werden
aber bei letzteren neuerdings meist durch
die sog. Fruchtessenzen (s. d.) ersetzt.
Fruchtessenzen sind alkoholische Auflösungen
der natürlichen Riechstoffe aromatischer Pfianzenteile,
die entweder durch Extraktion oder
durch Destillation mit Spiritus gewonnen werden.
Sie dienen als Ersatz der Fruchtäther, besonders
bei der Herstellung künstlicher Brauselimonaden.
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