Full text: Vorschule der Volkswirthschaft

len wir dem Grundsatze Thatsachen zur Seite. Während die Be— 
völkerung Englands in den letzten 30 Jahren sich im Durchschnitt 
um 50 Procent vermehrt hat, boten Nottingham und Birming- 
ham, zwei sehr industrielle Städte, eine noch um 25 und 40 Procent 
beträchtlichere Zunahme dar. Manchester und Glasgow endlich, die 
im ganzeu britischen Reich in Bezug auf die Anzahl, Größe und 
Wichtigkeit der angewandten Maschinen die erste Stelle einnehmen, 
sahen in demselben Zeitraum von 30 Jahren ihre Bevölkerung um 
150 und 160 Procent sich vermehren. Das war 3—4mal mehr 
als in den Ackerbau treibenden Grafschaften und den Städten ohne 
Fabriken. Solche ZSahlen sprechen hinlänglich für sich, kein Trug 
schluß, keine falsche Philanthropie, keine Macht der Beredsamkeit 
kaun ihnen wiederstehen. 
Die Maschinen haben eine besondere Art von Einwürfen anu— 
geregt, die ich nicht mit Stillschweigen übergehen darf. Bei ihrer 
Einführung, in dem Augenblick, wo sie die Handarbeit zu ersetzen 
beginnen, leiden gewisse Klassen von Arbeitern unter dieser Verän—. 
derung. Ihr ehrenwerther, ihr mühsamer Erwerb ist fast plötzlich 
vernichtet. Selbst diejenigen, welche in dem alten Verfahren am 
geschicktesten waren, besitzen oft nicht die Eigenschaften, welche das 
neue Verfahren fordert, und bleiben ohne Arbeit. Es ist selten, 
daß sie auf der Stelle dazu gelangen, sich wieder in andere Arten 
von Arbeiten hineinzufinden. 
Diese Betrachtungen sind gerecht und wahr. Ich füge hinzu, 
daß die traurigen Folgen, auf welche sie hinweisen, sich häufig wie⸗ 
derholen müssen; daß Launen der Mode hinreichend sind, um tiefes 
Elend zu erzeugen. Wenn ich daraus nicht folgere, daß die Welt 
stehen bleiben müsse, wenn ich vielmehr im allgemeinen Interesse 
der Gesellschaft den Fortschritt wünsche, so bewahre mich doch der 
Himmel vor der Behauptung, daß die Gesellschaft taub bleiben 
solle für die einzelnen Leiden, deren Ursache für den Augenblick 
jener Fortschritt ist. Die Staatsgewalt verfehlt selten, neue Erfin— 
dungen, auf welche sie immer ihr Auge gerichtet hat, mit Steuern 
zu belegen; hieße es zu viel von ihr verlangen, wenn man forderte, 
daß die ersten dem Erfindungsgeist aufgelegten Abgaben dazn dienen
	        
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