Full text: Vorschule der Volkswirthschaft

unmittelbaren Form vorzuführen, weil volkswirthschaftliche 
Wahrheiten kaum je populärer, klarer, anziehender dar— 
gestellt sind. Bald machte sich dadurch ein Uebelstand 
fühlbar, daß Bastiat für Franzosen geschrieben hat, seine 
Polemik vorzugsweise gegen den Socialismus richtet, den 
wir in Deutschland kaum als Feind zu bekämpfen haben, 
und sogar im Schutzzollsystem, dem Hauptziele seiner An⸗ 
griffe, nur eine besondere Art von Communismus sieht. 
Ich ließ mir daher angelegen sein, Bastiat zu Deutschen 
reden zu lassen, von seinen Grundanschauungen ausgehend 
alle die Fragen zu erörtern, die überhaupt das volks— 
wirthschaftliche Interesse in Anspruch nehmen, daher z. B. 
auch Gewerbefreiheit, Freizügigkeit und dgl., wofür der 
Franzose seit der großen Revolution nicht mehr zu 
kämpfen hat. 
Ein Hauptaugenmerk habe ich darauf gerichtet, ab— 
stracte Darstellungen durch Schilderungen aus dem volks⸗ 
wirthschaftlichen Leben der Haupteulturvölker zu beleben, 
und so das Buch zu einem interessanten Lesebuche zu 
machen, das uns in anziehenden Bildern das industrielle 
und mercantile Treiben der Nationen vorführt. Die 
nationalökonomischen Bilder aus Englands Volksleben 
von J. F. Schulze, die Schilderung der Schweizerischen 
Volkswirthschaft von Emminghaus und ähnliche Werke 
sind dabei meine Quellen gewesen. Am Schlusse des 
Buches werden die überhaupt von mir benutzten Bücher 
näher bezeichnet werden; vorläufig bemerke ich nur, daß 
die Grundzüge der Nationalökonomie von M. Wirth, 
Schmidlin über Schutzzölle oder Handelsfreiheit, Prince— 
Smith über Massenarmuth (eine kleine Broschüre, die die 
ganze Volkswirthschaft embryonisch in sich enthält), die 
deutsche Vierteljahrsschrift, das Bremer Handelsblatt mir
	        
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