thumbs: Die Rohstoffversorgung der deutschen eisenerzeugenden Industrie

*Sachverständiger Willing: Von den Gruben des Dill-Lahn- 
Oberhessischen Gebietes wurden 1913 eine große Anzahl in gewerk- 
schaftlicher Form betrieben. Entsprechend genaue Unterlagen, wie ich 
sie für das Siegerland besitze, stehen mir für dieses Gebiet nicht zur 
Verfügung und waren in der Kürze der Zeit nicht zu beschaffen. 
Neben den in Frage 9 behandelten Werken betrieben noch Bergbau 
in diesem Teilgebiet: 
Bankhaus Giebeler in Siegen, 
Niederrheinische Hütte in Duisburg, * 8 ; 
Gewerkschaft Flick, 
Petry, Gießen, 
Die Liste kann keinen Anspruch auf Vollständigkeit machen. 
Etwa ein Drittel der im Gebiete entfallenden Gesamtförderung 
wurde von den in Frage 9 nicht erfaßten Gruben aufgebracht. 
*Sachverständiger Arlt: Im Lahn-Dillgebiet bestanden 1913 noch 
die folgenden selbständigen Gewerkschaften: 
Raab, 
Niederrheinische Hütte, 
Gebr. Lossen, 
Giebelersche Bergverwaltung, 
Flick, 
Gilsahaag, 
Petry 
Der Anteil an der Gesamtförderung betrug bei der Gewerkschaft 
Raab 1,8 °%; für die übrigen Gewerkschaften waren die Zahlen nicht 
nehr zu ermitteln. 
Vorsitzender: Welche Gründe veranlassen die Fortführung 
der Betriebe in den auch jetzt noch mit Verlust arbeitenden Gruben? 
Wäre eine Stillegung dieser Gruben für die deutsche Wirtschaft trag- 
bar? Welcher Ausfall in der deutschen Erzförderung (bezogen auf 
Fe-Einheiten) wäre mit Stillegung dieser Gruben zu erwarten? 
*Sachverständiger Einecke: Die verlustbringenden Gruben 
werden in Betrieb gehalten, weil einmal bessere Aufschlüsse in der 
Grube, bessere Preise und Erleichterungen auf dem Gebiete der 
Frachten und sozialen Lasten erhofft werden. Weiterhin würde eine 
Stillegung dieser Verlustbetriebe ohne weiteres einer Vernichtung der in 
‚:hnen angelegten Kapitalien und der anstehenden Erzmengen (National- 
vermögen) gleichkommen. 
Nach Fortfall der Subvention und unter Einrechnung der Amortiea- 
tion und Abschreibung arbeitet der größte Teil der Gruben bei den 
anormal niedrigen Erzpreisen mit Verlust. Ihre Stillegung würde einen 
schweren Schlag für die deutsche Wirtschaft bedeuten, weil Ersatzerze 
aus dem Ausland eingeführt werden müssen und dadurch die schon be- 
stehende Abhängigkeit vom Auslande noch vergrößert wird, weil ferner 
völlige Arbeitslosigkeit in den Bergbaudistrikten eintritt, die mangels 
anderer Arbeitsgelegenheit für die bodenständige Bevölkerung nicht be- 
hoben werden kann. Der Ausfall würde bei dem jetzigen Stande der 
Förderung rund eine halbe Million Tonnen Fe-Einheiten enthalten. 
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