Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

Gründung des deutschen Reiches, Erneuerung des Kaisertums. 149 
verhaßte Herrschaft Hugos in Oberitalien verhängnisvoll. 
Markgraf Berengar von Jorea, ein Enkel des einstigen Schatten— 
kaisers Berengar, der vor der Rache Hugos nach Deutschland 
geflohen war und schließlich am Hofe König Ottos gelebt hatte, 
kehrte im Jahre 945 mit einem kleinen Heere nach Italien 
zurück, trieb Hugo in die Verbannung und regierte nun ge— 
meinsam mit Hugos Sohne Lothar, dem freilich nur Titel und 
Würden blieben, und der sich nunmehr mit Adelheid von 
Burgund, seiner Braut seit dem Jahre 937, vermählte. 
Allein die neuen Verhältnisse versprachen keine Dauer 
Berengar strebte, wie Hugo, nach Rom, obgleich Alberich willens 
war, die byzantinische Macht gegen ihn aufzubieten, die alte 
Peinigerin Italiens, obgleich das Land von Ungarnzügen zer⸗ 
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die Felsen der Riviera umspülte. 
Die Folge all dieser inneren Unruhe war, daß die süd— 
deutschen Herzöge, jetzt Liudolf von Schwaben und Heinrich von 
Baiern, Sohn und Bruder König Ottos, wiederum ihre Blicke 
aufmerksamer über die Alpen wandten. Im Jahre 950 erschien 
Heinrich von Baiern und eroberte das Herzogtum Friaul, das 
ganze Ostgebiet Oberitaliens. Anfang 951 zog Liudolf von 
Schwaben nach Mailand zu, gegen das Herz des Landes, und 
nur der eifersüchtigen Gegenwirkung seines Oheims Heinrich war 
es wohl zuzuschreiben, daß ihm der Sturz Berengars nicht 
gelang. 
Während dieser Ereignisse hatten sich andere, schwerer 
wiegende Entscheidungen nördlich wie südlich der Alpen vor— 
bereitet. Noch im Jahre 950 war König Lothar von Italien 
gestorben und Berengar hatte die Alleinherrschaft an sich zu bringen 
gesucht, war aber auf den Widerstand einer Gegenpartei ge— 
stoßen, von der die burgundische Adelheid, die Witwe Lothars, 
in den Vordergrund gestellt ward. Demgegenüber setzte Berengar 
die schöne Witwe gefangen, ja soll versucht haben, sie durch 
empörende Mißhandlung zur Ehe mit seinem Sohne Adalbert
	        
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