Ausbau des römischen Reiches deutscher Nation. 249
minder die ottonischen Frauen in Sachsen, Sophie und Adel—
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dieser Chor durch einen mächtigen weltlichen Großen, den
Grafen Lothar von der Nordmark. Es war eine Verbindung,
genügend, die Sache Eckarts, des Thüringers, in Sachsen zu
vereiteln.
Als Eckart die nächste Zukunft im Nordosten bedroht
sah, suchte er das Einverständnis des süddeutschen Prätendenten,
Hermanns von Schwaben, für dessen Person sich inzwischen die
stets unzuverlässigen Niederlothringer geregt hatten. Zu diesem
Zweck wollte er mit Hermann in Duisburg zusammentreffen.
Allein Hermann lehnte von Anbeginn jede Verbindung ab; die
Nachricht davon erhielt Eckart schon auf der Fahrt nach Westen,
in Paderborn. Nun kehrte er rasch nach Thüringen um. Da
fand, auf dem Heimweg, seine verlorene Sache in dem Kloster
Pöhlde, im Süden des Harzes, ein verlorenes Ende. Als er
hier übernachtete, drangen einige Edle, in privater Rache gegen
ihn verschworen, in sein Schlafgemach; er ward ermordet und
seine Leiche beraubt und verstümmelt: am 30. April 1002.
Jetzt war für Heinrich nur noch ein wenig furchtbarer
Begner vorhanden, Hermann von Schwaben. Gegen ihn zog
er zum Rhein, überschritt den Strom bei Worms und
setzte sich dadurch in Verbindung mit dem Erzbischof Willigis
von Mainz, dem Primas des Reiches, der von Anfang an für
die Einheit der Nation und für Heinrich gewirkt hatte. Willigis
setzte jetzt das ganze Schwergewicht seiner Anerkennung für
Heinrich ein; nachdem Heinrich zuvor von bairischen, fränkischen
und oberlothringischen Großen gewählt war, ward er darauf.
freilich in Mainz statt in Achen und vom Mainzer Erzbischof,
dem dies Recht seit dem Jahre 975 zustand, festlich gesalbt
und gekrönt.
Nach dem feierlichen Akte aber galt es vor allem, Hermann
von Schwaben zur Huldigung zu zwingen und die Sachsen und
Thüringer der neuen Herrschaft geneigt zu machen.
Die erste, leichtere Aufgabe überließ Heinrich seinen Ge—
treuen: er selbst wandte sich nach dem Nordosten des Reiches.