Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

Ausbau des römischen Reiches deutscher Nation. 265 
stein an der Saale in Haft. Dies Vorgehen trug anscheinend 
zunächst gute Früchte. Gottfried verzichtete auf Niederlothringen 
und erhielt, nachdem er von Heinrich in Gnaden angenommen, 
das Oberland zurück; das Niederland kam an den Luxemburger 
Friedrich (1046). 
Aber inzwischen waren im Westen wieder neue Herde 
künftiger Unruhen entstanden. In dem eben damals sich 
bildenden Holland hatte Heinrich durch unmittelbare Eingriffe 
und Begünstigung des Bistums Utrecht den mächtigen Grafen 
Dirk IV. gegen sich erbittert. Dazu war der Graf Balduin V. 
bon Flandern durch Belehnung seines Sohnes mit einer Mark— 
grafschaft des Reiches in die verwickelten deutsch-lothringischen 
Interessen gezogen worden; es dauerte nicht lange, so bildete 
er im Verein mit Dirk von Holland und dem niemals völlig 
versöhnten Gottfried von Oberlothringen eine Koalition, die 
doppelt gefährlich ward, da König Heinrich J. von Frankreich 
mit Ansprüchen auf Lothringen hervortrat. 
Zuerst brach Graf Dirk gegen das Reich vor, mit vielem 
Erfolge; ein Vorstoß Heinrichs III. nach Holland wenigstens 
endete mit einer völligen Niederlage. Darauf ergriffen auch 
Balduin und Gottfried die Waffen. 
Der Kaiser sah bald ein, daß er des lodernden Brandes 
im Westen des Reiches nur Herr werden konnte unter Ver—⸗ 
bindung mit den westlichen Reichen von Frankreich und Eng— 
land, ja Dänemark; namentlich die Grafen von Flandern und 
Holland waren unbesieglich, solange das Meer ihnen offen 
blieb. So begann er zunächst Frankreich mit Erfolg an sich 
zu fesseln; dem folgten Bündnisse mit Dänemark und England. 
Dann brach der Kaiser gegen die Empörer auf (Juni 1049). 
Indes ehe er im Westien erschien, hatten ihm die Bischöfe von 
Lüttich, Utrecht und Metz, erbitterte Feinde der westlichen Laien— 
fürsten, den Erfolg vorweggenommen; am 14. Januar 1049 
war der holländische Graf bei Vlaardingen von ihrem Heere 
besiegt und erschlagen worden. Darauf stellten sich, von der 
Kirche gebannt, auch Gottfried und Balduin dem Kaiser. 
Balduin huldigte dem Reiche; Gottfried kam in die Haft des 
Trierer Erzbischofs. Es waren im wesentlichen Erfolge der
	        
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