Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

278 Sechstes Buch. Viertes Kapitel. 
deutschen Reiches an; auf einer Zusammenkunft zu Muttenz 
bei Basel übertrug er Kaiser Konrad und seinem Sohne 
Heinrich (III.) Krone und Land im Fall seines Todes. 
Rudolf starb am 6. September 10382; Konrad versuchte 
das Land zu besetzen. Da trat ihm als auswärtiger Prätendent 
der Graf Odo von der Champagne entgegen. Unter diesen 
—DDD00 
Politik dieser Zeiten. Gemeinsam mit dem französischen König 
Heinrich J. griff der Kaiser Odo im eigenen Lande an; Odo 
mußte schließlich verzichten; seit dem Jahre 1085 etwa konnte 
Burgund als sicheres Zubehör des Reiches gelten. 
Es bezeichnet die Macht Kaiser Konrads, daß er zur letzten 
Heerfahrt gegen Odo nicht bloß Deutsche, sondern zugleich 
Lombarden mit Erfolg aufgeboten hat; in Genf trafen sich die 
deutschen und italienischen Kontingente. Diese bis dahin un— 
erhörte Möglichkeit einer Verschmelzung deutscher und italienis cher 
Institutionen aber erklärt sich aus der glücklichen italienischen 
Politik des ersten Saliers. 
Nach dem Tode Ottos III. erschien jeder deutsche Einfluß 
in Italien vernichtet. Arduin von Jvorea, ein einheimischer 
Großer, der sich schon in den letzten Jahren Ottos III. durch 
Beunruhigung der Bischöfe, der alten Parteigänger des otto⸗ 
nischen Hauses, ausgezeichnet hatte, erstrebte damals mit Erfolg 
die lombardische Krone; zum Hohn des Imperiums erhielt er am 
15. Februar 1002 zu Pavia die königliche Weihe. Heinrich II., 
in Deutschland nicht abkömmlich, entbot zur Bestrafung so un— 
erhörter Anmaßung ein Heer unter dem Herzog von Kärnten 
und dem Markgrafen von sterreich: es wurde gänzlich ge— 
schlagen. Die Niederlage blieb über ein Jahr ungerächt, bis 
HZeinrich im Jahre 1004 in Italien erschien, Arduin vor sich 
hertrieb und am 14. Mai zu Pavia zum lombardischen König 
zewählt und gekrönt ward. 
Indes der neuen deutschen Herrschaft fehlten alle volks⸗ 
tümlichen Sympathieen. Nur gestützt auf die Sonderstrebungen 
einiger Großer ward sie schon unmittelbar nach der Krönung 
durch einen furchtbaren Aufstand der Pavesen, wenn auch ver—
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.