Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

280 Sechstes Buch. Viertes Kapitel. 
hoheit über die Fürstentümer Gaeta, Amalfi und Neapel; und 
die Fürstentümer Capua, Benevent und Salerno, dem Namen 
nach noch den Deutschen untergeordnet, hielten die Ehre des 
Reiches, unzuverlässig und kriegesschwach, in keiner Weise mehr 
aufrecht. Da begann ein seit dem Jahre 1009 glimmender 
Aufstand gegen die blutsaugerische und hoffärtige Herrschaft der 
Griechen unerwartete Ausdehnung anzunehmen: es war das 
Zeichen zur Einmischung des Papstes. Benedikt wies den Auf— 
ständischen eine Befestigung am Garigliano an, indem er im 
Sinne des Kaisers zu handeln glaubte. Völlig aus eigner 
Vollmacht handelte er, wenn er das normannische Element in 
den Kampf gegen die Griechen einführte. 
Im Jahre 1016, neun Jahre, nachdem Tharsenns und 
Snorres Normannenflotte im steinichten Labrador, in Neufund⸗ 
land und Neuschottland die Küsten Nordamerikas besucht hatte, 
waren auf dem Rückwege von einer Pilgerfahrt zum heiligen 
Lande vierzig normannische Ritter bei Salerno gelandet; der 
Fürst von Salerno hatte sie willig gefunden zum heiligen Kriege 
gegen die Sarazenen, die ihn damals bedrängten. Im Kampfe 
aber bewährten sie sich so, daß der Fürst sie zu bleiben bat 
und, als sie sich dessen weigerten, Nachschub aus der Heimat 
berlangte. Er kam in kurzer Frist. Aber er schlug nicht den 
unmittelbaren Weg nach Salerno ein. In Rom sprachen die 
neuen Kriegesfahrer vor, einem blutschuldbeladenen Geschlechte 
der Normandie entsprossen; sie forderten Entsühnung von den 
heiligsten Händen. Der Papst gewährte ihnen den Wunsch, 
wies sie aber zugleich seinerseits in den Kampf gegen die Un— 
zläubigen und Falschgläubigen des Südens, gegen Sarazenen 
und Griechen. Und hiermit verband er eine erneute Mahnung 
an die langobardischen Fürsten Unteritaliens, sich der Griechen 
zu erwehren. 
Von da ab nahm der Aufstand gegen die Griechen höheren 
Aufschwung. Die blonden Söhne Germaniens, Normannen und 
Langobarden, griffen kräftig ein; bald sahen die Empörer sich 
im Besitze Apuliens. Aber im Herbst des Jahres 1018 nahte 
die Katastrophe. Bei Cannae, am Ort der römischen Niederlage,
	        
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