Ausbau des römischen Reiches deutscher Nation. 281
ward Melus, der Führer des Aufstandes, aufs Haupt geschlagen;
die Erhebung ward völlig unterdrückt; griechisches Machtgebot
rückte vor bis in die Nähe der ewigen Stadt.
Die Pläne Benedikts waren gescheitert; zusammen mit
dem Griechen Melus und Rudolf, dem normannischen Führer,
eilte der Papst im Jahre 1020 über die Alpen, beim Kaiser
Hilfe zu suchen, der seinerseits aus kirchlichen Erwägungen
Benedikts Anwesenheit wünschte.
Die Fremdlinge trafen Heinrich II. zu Bamberg in der
Feier des Osterfestes. Der Kaiser nahm sich Zeit, ihren Bitten
zu willfahren; Ende des Jahres 1021 erst brach er nach Italien
auf. Sein Heer war gewaltig, ohne Schwierigkeit durchzog er
Ober⸗ und Mittelitalien, nahm Benevent und lagerte sich mit
der Hauptmasse des Heeres vor Troja, während eine Abteilung
die Fürstentümer Capua, Salerno und Neapel der kaiserlichen
Sache von neuem gewann.
Die Belagerung von Troja zog sich in die Länge. Als die
Stadt sich schließlich auf ehrenvolle Bedingungen ergab, ließ sich
der Kaiser an diesem Erfolge genügen und zog sich alsbald,
noch vor der heißeren Sonne des Sommers 1022, nach Mittel⸗
italien zurück, umbekümmert darum, daß die Stadt zwei Jahre
später den Griechen wieder zufiel. Es schien ihm ausreichend,
die langobardischen Fürstentümer dem Reiche wiederum so weit
verbunden zu haben, daß sie dem Papste in Rom einige Sicher⸗
heit boten: er kehrte nach Deutschland zurück.
Die positiven Ergebnisse der Regierung Heinrichs II. in
Italien waren nach alledem gering; nur gelegentlich war die
deutsche Herrschaft betont worden. Keineswegs hatte sich jeden⸗
falls der Kaiser in süditalienische Unternehmungen im Stile
Ottos II. verwickeln lassen. Auf Konrad II. aber vererbte die
Aufgabe, das Verhältnis Ober- und Mittelitaliens zum Reiche
dauernd zu ordnen.
Hier waren nach dem Tode Heinrichs II. Verhältnisse ein—
getreten ganz ähnlich der allgemeinen Anarchie nach dem Tode
Ottos III. Die italienische Politik der Ottonen wie Heinrichs
—VVV