Sieg der kirchlichen Ideen über Papsttum u. Kaisertum zugleich. 397
und Romagna. In der Romagna teilte er das Heer. Er selbst
zog mit einem Teile den Ostabhang der Halbinsel entlang;
Pfingsten 1137 sah er sich sicher und siegreich vor Bari, der
apulischen Hauptstadt. Den andern Teil des Heeres führte sein
Schwiegersohn, Heinrich von Baiern, durch Tuscien über Capua
nach Benevent; vom Papste begleitet, traf er mit Lothar vor
Bari zusammen, und bald gelang es den Mühen des vereinten
Heeres, Rogers Hauptfeste bei Bari zu nehmen.
Dieser Schlag veranlaßte Roger, beim Kaiser die Belehnung
seines Sohnes mit Apulien zu erbitten. Die Annahme dieses
Gesuches wäre vielleicht eine des Reiches würdige Lösung ge—
wesen. Aber sie lag nicht im Sinne des Papstes. Es ist kaum
zweifelhaft, daß Innocenz den Kaiser veranlaßt hat, sie ab⸗
zulehnen. Nun blieb für die Herrschaft über Apulien nur ein
geeigneter Kandidat übrig, Raimund von Alife. Aber ihn be—
gehrte alsbald der Papst von sich aus zu belehnen: offen traten
die hierarchischen Neigungen der Kurie zu Tage. Es kam
darüber zu einem Zwiste zwischen Kaiser und Papst; endlich
einigte man sich auf die merkwürdige Maßregel einer gemein—
samen Belehnung. Lothar aber gelüstete es nach solchen Proben
oäpstlicher Enthaltsamkeit nicht weiter darnach, dem Papste zu
helfen. Er verzichtete darauf, ihn nach Rom zurückzuführen,
wo noch immer feindliche Adelsparteien herrschten. Nachdem
er noch für die Dauer des deutschen Einflusses in Mittelitalien
gesorgt, indem er seinen Schwiegersohn Heinrich zum Mark—⸗
grafen von Toskana ernannte und in die Bedingungen seiner
Herrschaft über die Mathildischen Lande eintreten ließ, eilte er
der deutschen Heimat zu. Er ging über Bologna, feierte das
Martinsfest noch mit kaiserlicher Pracht in Trient, begann dann
aber zu ermatten, setzte nur langsam die Alpenfahrt fort und
starb über siebzigiährig am 4. Dezember 11837 in einem ein—
samen Bauernhof des Tiroler Dorfes Breitenwang. Von hier
hrachten seine Mannen die Leiche trauernd durch das Reich zu
den ragenden Tannen der Heimat; in Königslutter am Harz
ward sie am letzten Tage des Jahres zur ewigen Ruhe gebettet.
Der Verlauͤf des zweiten italienischen Zuges hatte Lothar