Aufschwung des Königtums unter den Staufern. 125
Dem Kaiser blieb demnach nichts übrig, als sich nach Norden
zurückzuwenden; nicht gerade im Triumphzug erreichte er Ancona:
dort löste sein Heer sich auf, obgleich eben jetzt ein Angebot
griechischer Hilfsgelder gute Aussichten für einen Normannenzug
eröffnete.
Für Friedrich war nun keines Bleibens mehr in Italien:
es war nur eine symbolische Handlung, wenn er die Acht über
Mailand erneute. Ja beinahe wäre ihm die Rückkehr nach
Deutschland durch die Veronesen abgeschnitten worden; nur
der Wagemut Ottos von Wittelsbach rettete ihn und sein Ge—
folge, als sie hoch über der brausenden Etsch die gefährliche
Heerstraße der Berner Klausen durchzogen.
Der Veroneser Überfall zeigte, daß die Lombarden die könig⸗
liche Gewalt in keiner Weise anerkannten. Aber auch in Rom
gärte nach wie vor der Aufruhr; und der Papst war schließlich
zezwungen, sich im Juni 1156 dem sizilischen Könige zu ergeben
und ihn mit Sizilien und Unteritalien zu belehnen. Es waren
Vorgänge, die Friedrich stets als Bruch des Konstanzer Vertrages
seitens des Papstes betrachtet hat; mit Recht: aber war es denn
ihm gelungen, die Bedingungen zu erfüllen, die dieser Ver—
rag an die Verleihung der Kaiserkrone geknüpft hatte?
Nur äußerlich, im Empfang des kaiserlichen Diadems, wies
der erste Zug Friedrichs nach Italien einen Erfolg auf — im
übrigen hatte die Romfahrt den jungen König nur an die
schwierigen Probleme der lombardischen Herrschaft, sowie an
die nicht minder heikle Aufgabe einer schon bestimmt formu⸗
lierten, aber schwer durchzuführenden italienis ch⸗päpstlichen Politik
gekettet.
I.
In Deutschland hatten die italienischen Verlegenheiten
Friedrichs inzwischen zu einem Rückschlag gegen die schon er⸗
rungene königliche Stellung geführt. Die letzten Zeiten Kon⸗
rads III. schienen wiederum herbeigekommen; die Fürsten gingen
der Befestigung ihrer territorialen Gewalten nach, das führte
amentlich am Mittelrhein zu blutigen Kämpfen mit dem Adel;