Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

Aufschwung des Königtums unter den Staufern. 137 
Deutschland: und so verhängte er am 24. August 1160 zu 
Anagni den Bann über den Kaiser. 
Jetzt mußte für Friedrich alles darauf ankommen, seine Feinde 
zu isolieren, den Papst von den Lombarden abzudrängen und 
diese zu unterwerfen. Er ruhte nicht, ehe Alexander am 
31. Januar 1162 nach Frankreich entwichen war, vor allem aber 
drängte er mit aller Energie auf die Eroberung Mailands. Victo 
Mediolano per Dei gratiam vicimus omnia, schreibt der 
kaiserliche Notar Burchard Ende 11611; er giebt die allgemeine 
Stimmung wieder, die auf kaiserlicher Seite herrschte. Und 
endlich, März 1162, fiel die stolze Stadt; mit eigner Hand 
strich Friedrich die Fahne des Widerstands vom Carroccio. In 
der That war der lombardische Kampf mit der Eroberung 
Mailands beendet; glanzvoll und mächtig feierte der Kaiser 
das nahe Osterfest im allzeit getreuen Pavia. 
Nun galt es den Papst zu besiegen. Es war, wie sich 
bald herausstellte, die bei weitem schwierigere Aufgabe. Bei 
den romanischen Nationen wie in England hatte Alexander 
gute Aufnahme gefunden; nicht ohne einen Zug nationaler 
Eifersucht gegen Deutschland hatten sich Ludwig VII. und 
Heinrich II. auf einer Synode zu Toulouse, wohl Mitte März 
1161, mit dem französischen und englischen Klerus für den 
deutschfeindlichen Papst und damit gegen die Synode von Pavia 
erklärt: wohl mochten sie in dieser Zeit staufischen Aufschwungs 
einstimmen in den unmutsvollen Ruf Johanns von Salisbury?: 
Quis Teutopicos constituit iudices nationum? 
Die deutsche Politik aber unternahm es, nach vergebenen 
Versuchen einen der Könige des Westens für Viktor IV. zu 
gewinnen, zunächst die Bischöfe des kaiserlichen Gesamtreiches, 
Italiens, Burgunds, Deutschlands, zu einem einhelligen Spruch 
gegen Alexander zu veranlassen. Es geschah auf einer 
Synode zu Dole, Herbst 1162. Es war ein Schritt, der sich 
bei den deutschen Bischöfen nur dadurch erreichen ließ, daß 
1Sudendorf, Registr. 2, 138. 
Ppp. ed. Giles IJ. S. 64.
	        
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