Geistige Kultur der Stauferzeit.
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ideal ein Ziel tüchtigen Strebens. Sein Vertreter in diesem
Sinne ist im Parzival Gawan: und wahrlich hat ihn Wolfram
mit allen liebenswürdigen Zügen des Hof- und Minnedienstes
wie ritterlicher Tapferkeit ausgestattet: nicht geringer Ruhm
winkt ihm auf Erden; er führt die Königin Orgeilluse heim,
um mit ihr die süßen Leidenschaften der Liebe zu genießen, und
er tritt eine stolze Herrschaft an auf Schastel marveil.
Erhabener, lebenswerter aber ist Parzivals Los, das Schicksal
jenes reinen Thoren, der, von Gurnemanz in aller Courtoisie er⸗
zogen, bei seiner ersten Ankunft auf Monsalväsche nach den Lei⸗
den des Amfortas in menschlicher Teilnahme zu fragen verab⸗
säumt, da er gelernt hat, die Konvenienz erheische, daß man
nicht allzuviel spreche. Durch tausend Zweifel an Gott und
der Welt von den äußeren Formen der Welt auf sein Selbsft
gelenkt, beginnt er den ritterlich-weltlichen Ruhm zu verachten,
den die Thaten seines Arms ihm gegen Aufgang wie Untergang
der Sonne geschaffen haben: er wird demütig in Selbsterkenntnis,
in Reue.
So vernimmt er unter dem milden Frühlingsweben eines
gottgeweihten Tages staunend vom Gral. Heut, am Kar⸗
freitag, erneut sich die wundersame Stärke des Steins, den Gott,
ein Symbol der Belohnung idealen Strebens, zur Erde gesandt;
heut bringt ihm, wie alljährlich, eine weiße Taube vom Himmel
aeue Kraft, daß er seinen Pflegern den Reichtum äußeren Gutes
und innerer Wahrhaftigkeit spende. Denn nahen darf ihm,
wer nur immer frommen Herzens und in reiner Keuschheit
seines Wesens dahinlebt: der ist geschaffen zum Templeisen.
a zum König von Monsalväsche, dem Burghort des Grales.
Und nun erscheint Kundrie, die furchtbare Botin des Grals,
und verkündet, daß Flammenschrift Parzival zum König bestimmt
habe: in Selbstzucht ist er gereinigt von den Schlacken der Zeit
und sich selbst voll gegeben: darum ist er zur Herrschaft gereift
über andere. Weit wird seine Macht reichen auf ewig; sein
Sohn wird Lohengrin sein, der Helfer von Brabant, und sein
Neffe Johannes, der mythische Herrscher des Morgenlands.
Mit diesen Akkorden endet Wolframs Epos. Es behandelt