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Neuntes Buch. Viertes Kapitel.
sprechend ging Innocenz IV. anfangs nur darauf aus, in ehr—
lichem Vertrag mit dem Kaiser dem Papsttum überhaupt das
Dasein zu sichern; in diesem Sinne machte er mit ihm am
31. März 1244 freundschaftlich Frieden.
Allein bei Ausführung des Friedens kam es zu Mißver—
ständnissen; die historische Bedeutung des Papsttums machte sich
auch bei seinem neuen Träger immer mehr geltend, um so mehr
als der Kaiser gerade in dieser Zeit einige Einbußen seiner
Macht erlitt; es kam dahin, daß der Papst seinen vorschnellen
Abschluß mit dem Kaiser bereute, daß er Ausflüchte suchte, daß
er schließlich nach Frankreich entwich.
Persönlich frei aber berief er ein Konzil nach Lyon und
setzte auf ihm, des prinzipiellen Gegensatzes seiner Stellung zum
Kaiser sich nun voll bewußt, trotz wesentlicher Bedenken der
englischen Prälaten, trotz augenscheinlichen Zauderns der Könige
von England und Frankreich, trotzdem der Kaiser nach Meinung
des Konzils erst befragt werden sollte, die Absetzung des Kaisers
durch, am 17. Juli 1245.
Es war der entscheidende Schlag gegen Friedrich. Über
die noch unreifen nationalen Bedenken der Franzosen hinweg
hatte der alte, seines Handelns und seiner Ideen bewußte Feind
des Kaisertums, das Papsttum, die Führung im Kampfe über—⸗
nommen: ihm folgte alsbald die deutsche Kirche. Päpstliche
Bestechungen gaben den Pfaffenfürsten den Mut öffentlichen
Auftretens; am 22. März 1246 wählten die drei rheinischen
Erzbischöfe und fünf Bischöfe, daneben einige unzufriedene Edle
und Dienstmannen Heinrich Raspe von Thüringen zum deutschen
Gegenkönig.
Friedrich brannte darauf, den Papst in Lyon und die auf—
rührerischen Deutschen in der Heimat mit Heereskraft heimzu—
suchen; im Sommer 1247 war er bereit, da siel die wichtige
Stadt Parma von ihm ab und nötigte ihn, in Italien zu
bleiben.
Seitdem häufte sich Unglück auf Unglück. Die Belagerung
von Parma zog sich in die Länge, die Hilfsquellen Siziliens
erschöpften sich, Deutschland lieferte schon seit etwa 1289 keine