Zweites Kapitel.
Germanisation der TVande wischen GElbe
und Pder.
Unvermerkt sind die Slawen in das Mauringaland ein—
gezogen, das Land wilder Grasnarbe, wie die Germanen die
von ihnen verlassenen Gebiete zwischen Weichsel und Elbe
nannten. Vom Geographen Ptolemäus bis auf die Zeiten
Karls des Großen fehlt jede genauere Kunde über diese Lande, die
geschichtliche Urheimat unserer Nation. Als sie dann mit dem
9. und 10. Jahrhundert wiederum wenigstens in ihren der Elbe
nahen Grenzen ins hellere Licht der Geschichte treten, erscheinen
sie von Slawen besiedelt. Langsam und schüchtern, in kleinen,
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teilen scheinen die Slawen in die Fußstapfen der südwärts
schreitenden Germanen getreten zu sein, ähnlich wie sie sich ohne
Aufsehen in die durch Awareneinfälle verödeten Landschaften
der Balkanhalbinsel eingeschoben haben. Schon gegen Ende
des 6. Jahrhunderts sind sie an der Saale und Elbe angelangt,
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der Höhe der Altmark überschritten; ihr letzter größerer Erwerb
ist das östliche Holstein, das spätere Wagrien: hier hat sie erst
Karl der Große nach gewaltsamer Entfernung der sächsischen
Nordleute endgültig eingewiesen.
Überall sonst aber trat ihnen eben dieser Herrscher zuerst
energisch entgegen. Indem er ihre westlichen Stämme in halbe