Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

46 Zehntes Buch. Zweites VKapitel. 
polnischen Vasallenstaates an der Spree mit der Hauptstadt 
Köpenick geführt zu haben. Der Knes dieses Fürstentums, Jaczo, 
oersuchte durch einen Angriff auf Brandenburg anscheinend eine 
Diversion zu Gunsten seines vom Kaiser angegriffenen polnischen 
Lehnsherrn. Sie mißlang ihm völlig. Im Verein mit dem 
gewaltigen Erzbischof Wichmann von Magdeburg, dem geistlichen 
Heros der deutschen Kolonisation im Osten, verjagte Albrecht 
den Knes nicht bloß aus Brandenburg, sondern auch aus dem 
eigenen Lande; die nördlichen Teile seiner Herrschaft fielen in 
die Hände der Ljutizen, die westlichen und südlichen an die 
Nordmark und das magdeburgische Erzbistum. Seitdem reichte 
die Nordmark jenseits der Elbe bis zur Havel und Nuthe: diese 
Linie ward durch eine Reihe von Burgen befestigt und ist auf 
‚wei Generationen hin die Grenze des brandenburgischen Staates 
zegen die Slawen geblieben. 
Wenn Albrecht, altersgrau, aber immer noch thatkräftig 
in seinen späteren Jahren weitergehende Erwerbungen nicht mehr 
gemacht hat, so ist der Grund hauptsächlich in der Behinderung 
durch die inzwischen kühn emporgewachsene Macht Heinrichs des 
Löwen zu suchen. Denn war der Nordmark ursprünglich der 
Anspruch auf die ljutizischen wie den größten Teil der abodri— 
tischen Länder unbestreitbar, so hatte doch Heinrich der Löwe 
schon längst begonnen, von den Niederungen der Elbe her in 
der Richtung auf Dänemark und Rügen zu neue Reichtümer 
in Landestributen und vor allem die gewinuverheißende Er— 
schließung der Ostsee für seinen sächsischen Besitz zu suchen. 
Die Anfänge deutschen Fortschrittes in diesen Gegenden 
gehen freilich auch auf Albrecht zurück. Während der wenigen 
Jahre seiner sächsischen Herzogswürde (1138 -1142) hatte er 
den thatkräftigen Heinrich von Badewide mit der sächsischen 
Grafschaft Holstein belehnt; unter ihm waren die Holsten gegen 
die Slawen im Lande Wagrien vorgegangen und hatten sie 
fast völlig ausgerottet: wiederum versprach das östliche Holstein 
deutsch zu werden, wie in den Zeiten, bevor Karl der Große 
es abodritischen Völkern überlassen. Graf Adolf II. von Holstein, 
der Nachfolger Heinrichs von Badewide, den Heinrich der Löwe
	        
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