Drittes Kapitel.
Deutsche Erfolge im Südosten sowie im
Nordosten rechts der Pder; Bchicklale der
Rolonisalion bis zum Beginn des
14. Jahrhunderts.
J.
Soll der Gesamtverlauf der Germanisation des 138. und
auch noch des 14. Jahrhunderts übersehen werden, so bedarf es
der weitesten Umschau. Das Strombett, worin die Bewegungen
des 12. Jahrhunderts verlaufen waren, erweitert sich jetzt zum
Meer; der gesamte Osten von der Adria bis zur Oftsee erscheint
durch germanische Wanderungen überflutet und bedeckt. Auszüge
von Scharen, die die Donau hinab wandern, verknüpfen sich
in ihren letzten Wirkungen mit dem Einfluß norddeutscher, von
der Elbe und Oder her erfolgender Kolonisation; von Süden
wie Norden her wird das mährische Gesenke, werden die
Karpathen erreicht und überschritten. Die politischen Konstella⸗
tionen der beiden großen Reiche des Ostens, des ungarischen
wie des polnischen, die Strebungen aller östlichen, staatlich noch
nicht geeinten Stämme, der Kumanen und Peschenegen wie der
Litauer und Preußen werden wichtig für die Stauungen des
germanischen Elements: eine neue, bisher den Deutschen
teilweis unbekannte Welt tritt ein in den Gesichtskreis ihrer
Geschichte.
Für uns wird es, nach der Darstellung der deutschen