Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

Deuische Erfolge i. üußersten Osten; Schicksale d. Kolonisation bis i300. 377 
Amt eigentlich mehr den Charakter einer markagräflichen Herr⸗ 
schaft aufwies. 
Das änderte sich im Laufe des 11. Jahrhunderts dadurch, 
daß sich die östlichen Vorlande Krain und Steiermark (damals 
noch Kärtnermark genannt) vom Kernland absonderten. Nun 
entwickelte sich in diesem eine wirkliche, freilich durch geistliche 
Herrschaften ausnahmsweise stark beengte Herzogsgewalt; in den 
Vorlanden aber wie auch in Istrien tauchten eigene mark⸗ 
gräfliche Häuser empor. Von ihnen war im Laufe des 12. Jahr⸗ 
hunderts keines thatkräftiger, als das der Markgrafen von Steier. 
In Krieg und friedlichem Erwerb wußten sie ihre Mark bis 
fast zur vollen Ausdehnung des heutigen Steirerlandes zu er⸗ 
weitern, so daß sie beinahe die ganze Südgrenze der österreichischen 
Mark umklammernd tief in die Alpen eingriff bis zur Nachbar— 
schaft mit dem baierischen Herzogtum. Als fast hervorragendstes 
Territorium des Südostens konnte die Mark gelten, als sie im 
Jahre 1180 von Kaiser Friedrich J. zum Herzogtum erhoben 
ward. 
Zu dieser Zeit herrschte über sie Otokar IV. (seit 1164), 
kinderlos und vom Aussatze ergriffen. In der Voraussicht 
dauernder Erblosigkeit vermachte er sein Land dem ritterlichen 
Herzog Leopold V. von Österreich; im Jahre 1186 übergab er 
ihm auf dem Georgenberge bei Enns feierlich die Ministerialen 
und die unfreien Ritter der Herrschaft, und nachdem er im 
Jahre 1192 gestorben, ward Leopold vom Kaiser ohne Verzug 
mit dem steierischen Lande belehnt. 
Es ist der erste Anfang des Großstaates sterreich; nur wenige 
Jahrzehnte darauf ward auch Krain halb und halb gewonnen: 
der Ostabhang der Alpen von der Donau bis zur Adria war 
jetzt in seinen wesentlichsten Teilen in den Händen der gleichen 
Herrschaft. Schon um 1245 ward dann der Versuch gemacht, 
diese Ländermasse zu einem Königreiche unter Festhalten an 
einer nur losen Unterordnung unter das Reich zu erheben, und 
nur kirchliche Einflüsse haben die Durchführung dieses Planes im 
letzten Augenblicke verhindert. 
Thatfächlich aber war und blieb der Herzog von sterreich
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.