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Germanisation der Lande zwischen Elbe und Oder. 348
ehauptete sich noch ein theokratischer Seeräuberstaat unabhängig
on polnischer Herrschaft. Unter diesen Umständen waren die
lussichten für einen sächsischen Angriff auf die Elbslawenländer
unstig, sobald er von einer deutschen Beeinflussung der Polen—
serrschaft überhaupt begleitet und gefolgt werden konnte. Da
dar es ein günstiges Geschick, daß um diese Zeit der Sachsen—
serzog Lothar deutscher König ward: er hat Elbslawen und
Polen zugleich der Oberhoheit des Reiches unterworfen. Er
erstörte Rethra, den heiligen Ort des Ljutizenbundes, er unter⸗
darf die Abodriten und legte ihnen fast unerschwingliche Tribute
uuf; er schloß gegen Ende seiner Regierung (1137) einen Frieden
nit Boleslaw III., kraft dessen dieser dem Reiche für Pommern
ind Rügen den Lehnseid leistete und als Marschall vor dem
aiser das Schwert trug. Nach König Boleslaws Tode aber,
n Jahre 11838, begann die Polenherrschaft durch Teilungen
meren Wirren zu verfallen. Dennoch war Lothar in
iner slawischen Politik, die schließlich nur auf die Tribut—
ihlungen heimischer Herrscher hinauslief, nur der Vorläufer
ner späteren Generation von Fürsten, die siegreich die Elbe
berschritt, um auf slawischem Boden selbst deutsche Herrschaften
u stiften. Ihre größten Vertreter waren Markgraf Albrecht
er Bär, der Begruͤnder des brandenburgisch-preußischen Staats
113441170), und der Sachsenherzog Heinrich der Löwe (1139
is 1180).
Albrecht entstammte einem alten Geschlecht jenes Schwaben⸗
aues, der sich vermutlich aus den letzten Nachzüglern der priester—
chen Völkerschaft der Semnonen an den östlichen Ausläufern
es Harzes gebildet hatte: er war ein Schwabe, wie die heutigen
derrscher Sachsens und Thüringens, die Wettiner, wie vor ihm
zero, der gewaltige Markherzog der ottonischen Zeiten. Als er,
urch Erbschaft begütert im heutigen Anhalt, wo seine Nachfahren
och herrschen, im Jahre 1134 von Kaiser Lothar mit der
dordmark belehnt ward, umfaßte diese thatsächlich nur noch
ie heutige Altmark und den Landzipfel zwischen Elbe und
zavel; in der Altmark aber hielten die Deutschen nur noch
en Westsaum besetzt, das Übrige war wüste von Volk und
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