Zweites Kapitel.
Wandlungen der ländlichen Zustände
vom 10. zum 12. Jahrhundert; Anfänge
terrilorialer Entwickelung.
J.
Die Besiedelung des deutschen Landes durch die Germanen
war im wesentlichen zunächst so erfolgt, daß die einziehenden
Völkergruppen sich womöglich schon angebautes Land angeeignet
hatten. Weder links noch rechts des Rheines bis zur Elbe
fehlte es an solchem; wie auf einst römischem Boden noch die
heutigen deutschen Ansiedelungen vielfach in der Lage der Häuser
und Höfe wie der Fluren ungermanische Bedürfnisse widerspiegeln,
so weist das Hofsystem Westfalens und manche Eigenheit mittel—⸗
deutscher Ansiedelungen noch auf die Kelten zurück!.
Freilich spielte daneben der Wildbruch im Walde bereits
eine immer größere Rolle; in den Vordergrund aber trat er
erst nach voller Seßhaftmachung des Volkes, seit etwa dem 5.
bis 6. Jahrhundert. Seitdem ziehen Generationen auf Genera—
tionen nachgeborener Söhne in den Urwald und sengen und
roden; das 7. bis 9. Jahrhundert sah einen ersten großen Ausbau
—DDDD000 der Berg⸗
wälder.
1 Nr. J und II dieses Kapitels sind verändert schon Handwörter—
buch der Staatswissenschaften Bd. 4, 144 -151, gedruckt.