Full text: Urzeit und Mittelalter (Abt. 1)

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Elftes Buch. Erstes Kapitel. 
Lande und seinem Könige um so mehr zu Gute kommen mußte, 
als gleichzeitig der von deutschen Bergleuten gepflegte Berg— 
bau vornehmlich zu Kuttenberg immer größere Einkünfte ab— 
warf und ein auf seinen Ertrag basiertes üppiges Hofleben 
gestattete, auch Vertreter der geistigen Kultur aus Deutschland 
heranzuziehen. 
So schien auf dechischem Boden ein neues Deutschland 
langsam im Werden, gestützt durch die reichen Außenländer 
rein deutschen Charakters an der Donau und am Ostabhange 
der Alpen: schon erschien Otokar den deutschen Zeitgenossen 
als der mächtigste Fürst ihres Reiches; auf etwa 15 Millionen 
Mark unseres Geldes berechnete man wenig später am Ober— 
rhein die Einnahmen allein seines Hauptlandes!; und es 
schien recht, an ihn vor allem bei der Wahl eines neuen 
Königs zu denken. 
Allein Otokars Pläne zur Gewinnung der deutschen Krone, 
für die er seit Ende 1272 den Papst und auch König Karl 
von Sizilien zu interessieren suchte, zerschlugen sich?. 
III. 
In Deutschland würden sich die Fürsten nach dem Tode 
König Richards vielleicht in eine völlig königlose Zeit gefunden 
haben; vielen hätte gewiß eine bloß föderative Einheit des 
Reiches genügt. Anders freilich empfanden die Städte und 
der Stand der freien adligen Herren; konnte der Adel in 
dem drohenden Kampfe der Territorien und Städte fürchten, 
ohne sichere Führung durch einen Monarchen zerrieben zu 
werden, so ersehnte das Bürgertum friedliche Zeiten unter 
tAnn. Colmar. 88. 17, 238: 100000 m. Die hier gemeinte Mark 
hat ca. 180 Gr. Silber, ist also, bei viermal so hoch berechneter Kaufkraft 
des Silbers, gleich 144 —150 Mark unseres Geldes. — Bayern wird 
a. a. O. auf 20000 m, Brandenburg auf 50 000 mnm iährlicher Einkünfte 
berechnet. 
2 Redlich, Rudolf von Habsburg, S. 149 ff.
	        
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