UAönigtum und KRämpfe zwischen Fürsten, Adel und Städten. 363
die Einung der Städte wie des Adels; statt dessen errichtete
er am 27. Mai 1373 einen neuen schwäbischen Landfrieden.
Aber zum Hauptmann dieses Friedens ernannte er den Grafen
von Württemberg, damals unbestritten den ersten Führer des
Adels; und er benutzte ihn wie die ihm unterstellte Friedens—
organisation, um den Städten schwere Geldforderungen zu
Gunsten der kaiserlichen Kasse aufzulegen. Ja er versuchte es
in diesem Zusammenhange mit dem seit alters verpönten Mittel,
Reichsstädte zu verpfänden, und verlieh außerdem dem Grafen
von Württemberg die niederschwäbische, dem Herzog Friedrich
von Bayern die beiden oberschwäbischen Landvogteien, deren
Besitz starke Rechte über die Reichsstädte in sich schloß.
Der kluge Kaiser hatte also, statt sich über den schwäbischen
Parteien zu halten, diese nacheinander für sich ausgenützt,
zuerst die Städte, dann den Adel; schließlich hatte er, indem er
Adel und Städte in Gegensatz zu einander brachte, die Verhält—
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eben im Begriffe, bei diesen die Königswahl seines Sohnes
Wenzel vorzubereiten.
Am schwersten getäuscht erschienen dabei aber doch die
Städte. Was, vermuteten sie, würde ihnen nunmehr die Wahl
Wenzels bringen? Zweifellos neue Lasten, wahrscheinlich auch
neue Verpfändungen zur Bezahlung der Wahlunkosten. Dem
wollten sie sich nicht aussetzen. Am 4. Juli 1376, einen Monat
etwa nach der Wahl Wenzels, verbanden sich darum unter der
Führung Ulms Konstanz, Ueberlingen, Lindau, St. Gallen,
Reutlingen, Rottweil, Memmingen und andere Städte zu einer
Einung gegen jedermann, der sie mit Schatzung, Versetzung
und dergleichen bedrängen wolle. Und Karl führte ihnen bald
darauf den Beweis für die Richtigkeit ihrer Maßregel. Auf
dem ersten Hoftage Wenzels zu Nürnberg verpfändete er an
Eberhard von Württemberg zur Belohnung dafür, daß dieser
Wenzel anerkannte, die Reichsschultheißenämter von Eßlingen
und Gmünd und die Reichsstadt Weil.
Darauf trat Weil nebst einigen weiteren Reichsstädten auch
seinerseits dem Bunde bei; und der Bund weigerte sich nun,