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Elftes Buch. Erstes Kapitel.
König Otokar sich angeeignet hatte, wieder eingebracht werden?
König Rudolf überließ das staufische Gut dem Bayern, seinem
Schwiegersohn; unverweilt aber rüstete er sich zu einer gewalt—
samen Wiedereinforderung des großen Nachlasses der öster—
reichischen Herzöge an der Donau; er wußte wohl, daß ein
Kampf mit der drohenden böhmischen Macht für ihn, wollte
er anders herrschen, nicht zu vermeiden war, und er begriff,
daß erst der Erwerb der österreichischen Lande seiner jungen
Würde eine wirklich königliche Bedeutung werde geben können.
IV.
König Otokar, lange Zeit hindurch Günstling der Kurie,
glaubte auch nach der Wahl Rudolfs sich noch päpstlicher Unter—
stützung sicher. In diesem Sinne schrieb er dem Papst Gregor X.
geringschätzig über die Person des neuen Königs: man habe
irgend einen minder geeigneten Grafen zur Krone befördert.
Rudolf seinerseits war nicht im Zweifel darüber, daß die
Haltung der Kurie für den Erfolg seines Vorgehens gegen
Böhmen von größester Bedeutung sein müsse. Ob er auch ein—
sah, wie sehr dem Papste bei der allgemeinen Weltlage daran
liegen mußte, gerade ihn als den rechtmäßig gewählten Herr—
scher im ungestörten Besitz der Königsgewalt zu wissen? Jeden⸗
falls kannte er die Kreuzzugsgedanken des Papstes. Er gab
daher seinem Kanzler, der der Kurie die in würdigem Tone
gehaltene Anzeige der Wahl und die Bitte um Verleihung der
Kaiserkrone überbringen sollte, die Vollmacht mit auf den Weg,
sich mündlich dahin zu äußern, der König werde sich zu einem
Kreuzzug ins Heilige Land bereit finden lassen, auch nehme er
in Aussicht, die der Kurie weiten Landbesitz überweisenden
Privilegien früherer Kaiser, vor allem Friedrichs II.“, zu be—⸗
stätigen.
Es waren für Gregor lockende Anerbieten. Gleichwohl
entschied sich der Papst noch nicht sofort für Rudolf. Getragen
S. Band III S. 265.