fullscreen: Der Safranhandel im Mittelalter

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aus dem Zollbuch wenig zu erschließen. Anscheinend haben 
sie eine ständige Warenniederlassung in Barcelona. Es ist 
jedoch nicht zu erkennen, ob diese zeitweise durch spanische 
Angestellte verwaltet wird, oder ob die Gesellschaft, was 
wahrscheinlicher ist, einen ständigen deutschen Vertreter 
dort hat. Ein deutscher Faktor wird fast in jedem Jahr hin 
gesandt und nimmt die Geschäfte in die Hand. 
Die zweite Quelle, die hier in Betracht kommt, sind 
Geschäftskorrespondenzen, Rechnungen und Notizbücher 
der Ravensburger Gesellschaft. Die für den spanischen 
Handel wichtigeren Papiere stammen aus den Jahren 1477 
bis 80, doch ziehen sie sich bis 1523 hin. Sie geben nicht nur 
Nachricht über den Safranhandel der Ravensburger und 
seine Bedeutung innerhalb der anderen Safrangeschäfte des 
Mittelalters, sondern sie sind auch die ersten Zeugnisse für 
die eigenartige Organisation, die das Safrangeschäft ent 
wickelt hat und in der die Ravensburger Gesellschaft für die 
großen Firmen des 16. Jahrhunderts vorbildlich gewesen ist. 
Um die Tendenzen, durch welche diese Organisation bedingt 
ist, klarzulegen, möge hier ein kurzer Ausblick folgen, der 
zum Teil einige erst später im Zusammenhang zu behan 
delnde Tatsachen streift. Charakteristisch für das Safran 
geschäft sind die Preisschwankungen, denen der Safran 
mehr als eine andere Ware ausgesetzt ist, und die ihm einen 
wesentlichen Charakterzug in dem Mangel an Stetigkeit ver 
leihen. Schon aus den Eintragungen des Zollbuchs geht her 
vor, wie der Geschäftsbetrieb der einzelnen Jahre schwankt. 
So bewegen sich die ausgeführten Quantitäten in Dezember 
und Januar, den beiden Hauptmonaten, die für den Export 
in Frage kommen, zwischen 256 u. 2549 Pfd. bezw. 0 oder 
122 und 3639 Pfd. — Durch welche Faktoren sind die 
Safranpreise bedingt? Konstant wirkt der Unterschied der 
Sorten. Vor 1300 scheint er noch keine Bedeutung gehabt 
zu haben. Noch wird keine Sorte gesondert bezeichnet, selbst 
der Kursbericht der Tolomei von den Champagner Messen 
zeichnet nur „Safran“preise auf. Seit dem 14. Jahrhundert 
beginnt man die einzelnen Sorten verschieden zu schätzen, 
und Ende des 15. Jahrhunderts bestehen Schätzungs- und
	        
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