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Elftes Buch. Erstes Kapitel.
wieder auf; gleichzeitig ließ er kaum einen Zweifel, daß er die
einschlagenden Bestimmungen vor allem gegen die rheinischen
Kurfürsten anwenden werde, und sicherte sein Vorhaben durch
ein enges Buündnis mit Frankreich.
Die rheinischen Kurfürsten, auf diese Art in ihren heiligsten
Interessen bedroht, vorwärts getrieben vor allem durch den Erz—
bischof Diether von Trier, den Bruder König Adolfs, einen san⸗
guinischen Minoriten, gingen demgegenüber eine Verschwörung
ein zu Heimbach, am 14. Oktober 1300, wie sie sich ausdrückten,
gegen Herzog Albrecht, qui rex nunc dicitur Teutonie.
Und da Albrecht sich Frankreich zugewandt hatte, so suchten
sie ihrerseits Unterstützung bei dem damals König Philipp
todfeindlichen Papste Bonifaz VIII. Bonifaz, dieser Fanatiker
jedes Theorems päpstlicher Allgewalt, ging alsbald auf den
Ruf ein. Am 13. April 1801 erließ er ein Schreiben an die
drei geistlichen Kurfürsten: ihm stehe Recht und Macht zu, die
Person des gewählten römischen Königs zu prüfen, zu salben, zu
weihen, zu krönen und zu segnen. Nun habe sich Albrecht durch seine
Empörung gegen Adolf und Verfolgung der Kirche und ihrer
Diener vergangen: darum solle er sich binnen sechs Wochen vor
ihm rechtfertigen, andernfalls werde er den Kurfürsten und allen
Unterthanen des Reichs befehlen, ihm nicht zu gehorchen.
Albrecht machte gegen Papst und Erzbischöfe die Nation
in ihren Tiefen mobil. Er rief die Städte am Rhein zum
Kampfe um die Zölle auf; er erließ ein Gebot an die Friesen,
daß sie den Grafen und freien Herren des Niederrheins, sowie
der Stadt Koͤln gegen die unrechtmäßigen Inhaber von Reichs—
zöllen zu Hilfe kämen. Und thatsächlich erhob sich Adel und
Bürgertum für Albrecht: es schien, als werde das Königtum,
von ihnen gefördert, am Rheine siegen.
Aber da geschah etwas Unerwartetes. Bürger und Adel
wandten sich trotz allem auch ihrerseits an den Papst: sie
hielten es für nötig, vor diesem das Königtum Albrechts gegen
die Erzbischöfe zu verteidigen, ja sie baten dringend, der Papst
und die Kardinäle möchten gegenüber der Unbotmäßigkeit der
Erzbischöfe Abhilfe schaffen.