Full text: Deutsche Geschichte (Bd. 5, Hälfte 1)

Kaiser Maximilian J.; Königtum und Reichsstände. 19 
ihn, plante einen neuen Angriff. Im November 1476 erschien 
er vor Nancy. Aber die Schweizer kamen dem bedrohten 
lothringer Herzog zu Hilfe, und in der furchtbaren Niederlage 
des 5. Januars 1477 verlor Karl Reich und Leben. 
Die Katastrophe von Nancy ließ die schöne Prinzessin 
Maria als Erbtochter der burgundischen Länder zurück. Es 
war selbstverständlich, daß von Frankreich her ihr Erbe bestritten 
werden würde. Das Haus Habsburg aber fußte ihr gegenüber 
auf Verhandlungen früherer Jahre, in deren Gewebe die Ver— 
mählung Maxens mit Maria wohl den beständigsten Einschlag 
gebildet hatte. Max eilte nach den Niederlanden, vermählte 
sich am 19. August 1477 mit Maria und nahm den Kampf 
gegen Frankreich auf. Es ist der entscheidende Schritt für die 
anbrechende internationale Größe des Hauses Habsburg. 
In den Kämpfen der nächsten Jahre, die in dem 
Siege bei Guinegate gipfelten (7, August 1479), wußte sich 
Mau gegenüber Frankreich mit Erfolg in den Niederlanden, 
soweit sie deutsch waren, ja darüber hinaus festzusetzen; 
das Jahr 1482, für Marx freilich durch den Tod Mariens 
getrübt, brachte in dem 1483 bestätigten Frieden von Arras 
eine Auseinandersetzung mit Frankreich, wonach diesem end— 
gültig die Picardie und die Bourgogne zufielen, während zugleich 
die spätere Vermählung des Dauphins mit Margaretha, der 
Tochter Maxens, verabredet ward, wobei dieser das Artois 
sowie die Freigrafschaft mit der Grafschaft Charolais, Macon, 
Auxerre und Bar-sur-Seine als Mitgift zufallen sollten. 
Eine volle Aussöhnung mit Frankreich wurde allerdings 
auch hierdurch noch nicht erreicht, da sich einzelne burgundische 
Länder, vor allem Flandern, der neuen Herrschaft nur schwierig 
fügten und somit der französischen Krone immer neue Eingriffe 
nahe legten. Als Mar, zum römischen König gewählt, nach 
seiner Krönung zu Achen im Mai 1486 in die Niederlande 
zurückkehrte, fand er Flaͤndern weithin von französischem Einfluß 
unterwühlt, und als er diesem diplomatisch und militärisch 
entgegentrat, nahmen ihn die Bürger von Brügge am 1. Februar 
1488 gefangen. Der Streich ward im Reiche aufs schmerzlichste 
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