Aufklärung und Pietismus.
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Lebens war schon gesichert, als er infolge mannigfaltiger,
namentlich pietistischer Umtriebe im Jahre 1723 von König
Friedrich Wilhelm J. des Landes verwiesen wurde und sich
nach Marburg zurückziehen mußte. Zudem ward er von Fried⸗
rich dem Großen bald nach dem Thronwechsel nach Halle
zurückberufen. Dort ist er, im erneuten Besitze der Professur
und eines außerordentlichen akademischen Ansehens, im Jahre
1754 gestorben.
Wolff ist, im wesentlichen auf dem Boden der Ideen
Leibnizens, der philosophische Schulmeister der Nation ge—
worden: dem Denken folgte ein für das Ganze der Nation
fast nicht minder notwendiges Verarbeiten des Gedachten.
Nicht als ob Wolff ein blinder Nachbeter Leibnizscher Lehren
gewesen wäre. Vielfach noch Descartes folgend, teilweis auch
dessen Lehren eigenartig weiter entwickelnd, streifte er dem
Denken Leibnizens ab, was seiner klaren, etwas hausbackenen
Art nicht mundete und wofür er instinktiv ein Aufnahme—
vermögen bei der Masse seiner Schüler nicht voraussetzte; nament—
lich die Metaphysik Leibnizens hat unter dieser Behandlung zu
leiden gehabt: ihr sind die Idee der prästabilierten Harmonie,
sowie die Vorstellungen von der Beseeltheit des Alls, von den
Monaden als Kräften und von der unbewußten Vorstellungs⸗
tätigkeit der Seele in der Art, wie Leibniz sie gedacht hatte,
so gut wie verloren gegangen. Fiel gleichzeitig Leibnizens
spätere Erkenntnistheorie, wie sie in den „Nouveaux essais“
aus seinem metaphysischen Systeme her entwickelt war, schon
aus dem Grunde hinweg, weil diese Essays erst in den sech—
ziger Jahren des 18. Jahrhunderts gedruckt wurden, so ist
dieser von Wolff nicht verschuldete Verlust besonders groß,
denn die entwicklungsgeschichtlich wichtige Seite des philo—
sophischen Denkens ist ja vornehmlich die erkenntnistheoretische,
während die metaphysischen Systeme nur den Reflex zeigen, den
der jeweilige Charakter des Zeitalters mit den jeweils ent—
wickelten erkenntnistheoretischen Mitteln durch Personen, die
für konstruierendes Denken besonders begabt sind, auf die Nebel
des Welträtsels fallen läßt. Von größerer praktischer Wichtig—
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