Full text: Neuere Zeit (Abt. 2)

Aufklärung und Pietismus. 
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dem Klein-Paris, das seine Leute bildete!. Leipzig aber trat 
schließlich noch die 1734 begründete neue Universität Göttingen 
zur Seite und wurde in gewissen Richtungen, namentlich mehr 
ausschließlicher Gelehrsamkeit, fuͤhrend, während Halle inzwis chen 
pietistischen Einflüssen unterlegen war. Der Göttinger Geist 
speziell kann durch nichts besser charakterisiert werden, als durch 
die Worte, in denen der erste Prorektor der Universität, der 
geistig vielfach angeregte Freiherr von Münchhausen, die Rich— 
sung der theologischen Fakultät bezeichnete: diese Fakultät sei 
weder mit solchen Maͤnnern zu besetzen, deren Lehren zum 
Atheismus oder Naturalismus leiten oder auch die Articulos 
fundamentales religionis evangelicae anfechten, noch auch 
mit solchen, welche ein evangelisches Papsttum behaupten, ihr 
ganzes System anderen aufdringen, diejenigen, so in gewissen 
das Fundamentum sidei nicht konzernierenden quaestionibus 
mit ihnen kein gleiches Sentiment führen, verketzern und die 
Lãbertatem conscientias samt der Toleran; als unleidlich an⸗ 
sehen, wodurch nichts als unnötiger Streit und innerliche Un⸗ 
ruhe zu entstehen pflege. 
Nachdem aber die Aufklärung auf den damals wichtigsten 
mitteldeutschen Universttäten Fuß gefaßt hatte, erstarkte sie auch 
im protestantischen Suüden; Erlangen und das 1734 und 1748 
nen begründete Tübingen wurden hier ihre Zentren. 
Schwieriger verlief die Bewegung im Bereiche der Bildungs⸗ 
anstalten des katholischen Deutschlands. Hier war ihr noch tief 
bis ins 18. Jahrhundert hinein der Weg durch die Lehr⸗ 
methode der Jesuiten versperrt, die Mittel- wie Hochschulen 
noch immer beherrschte. Und auch da, wo dieser Methode, 
die unter dem zunehmenden Reichtum des Ordens immer lässiger 
geworden und schließlich ganz veraltet war, katholischer Wett⸗ 
bewerb entgegentrat, wie seitens der Piaristen, war damit der 
Sache der Aufklärung noch nicht gedient. Denn auch die 
b Leipzi te i i pitel dieses 
i zig noch Genaueres unten im zweiten Ka 
u ber 91. 
uches, III. 2.
	        
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