Deutschland unter den polit. Nachwirkungen des Dreißigjähr. Krieges. 479
bündnis; endlich begannen auch die Niederlande die Feind—
seligkeiten gegen Schweden.
Und wie groß waren die Erfolge all dieser Absichten im
Jahre 1676. Zur See lieferten Dänen und Niederländer den
Schweden am 11. Juni bei Oeland eine siegreiche Schlacht;
darauf landeten die Dänen in Schonen, anfangs mit reichem
Erfolge, bis sie in einer Schlacht bei Lund gegen Ende des
Jahres ihre Vorteile wieder verloren.
Scharf dagegen und dauernd erfolgreich waren die An—
griffe auf den deutschen Besitz der Schweden. Bremen und
Verden wurden ihnen fast ganz entrissen, in Pommern hielten
sie gegen Ende des Jahres nur noch Stettin und Stralsund,
Greifswald und Rügen.
Und in den Jahren 1677 und 1678 wurden diese Erfolge
fast noch übertroffen. Erneut schlugen Dänen und Nieder—
länder die Schweden zur See; ihre Flotten beherrschten jetzt
die baltischen Küsten. Stetlin fiel Anfang 1678 in die Hand
des Großen Kurfürsten; und im September dieses Jahres ge⸗
lang es endlich vereinten dänischen und brandenburgischen
Anstrengungen, auch Rügen zu erobern: worauf Stralsund
und Greifswald kapitulierten: am Ende des Jahres war ganz
Pommern in brandenburgischer, ganz Ruügen in dänischer
Gewalt.
Aber alle diese Eroberungen standen in dem Augenblicke,
da fie vollendet wurden, fast schon in der Luft. Wie früher
m Nordischen Kriege!, so trat jetzt wiederum ein verhängnis⸗
volles Zusammenwirken der französischen und der schwedischen
Großmacht ein.
Frankreich war inzwischen auf den Kriegsschauplätzen seiner
Diplomatie und seiner Armeen der Hauptsache nach siegreich
gewesen. Und beinahe noch wichtiger erschienen dabei auch
diesmal wieder die diplomatischen Vorgänge. Es war ge—⸗
lungen, den Polenkönig Sobieski einem Kriege gegen die Türken,
der ihn für die deutsche Politik lahm legte, durch Vermittlung
S. oben S. 450 ff.