Full text: Neuere Zeit (Abt. 2)

Waffengänge Osterreichs u. Preußens; Preußen europ. Großmacht. 751 
dem er inzwischen, am 25. Dezember, in Dresden Frieden ge— 
schlossen hatte. 
Es war wahrlich ein überraschender Wechsel. Aber Maria 
Theresia sah ihre Mittel erschöpft; ihr sächsischer Bundesgenosse 
ging der Vernichtung entgegen; und der Kampf in Italien 
hatte sich in den letzten Zeiten ganz zugunsten der Bourbonen 
entschieden. So blieb denn der Kaiserin in der Tat nichts 
übrig, als den Frieden von 1742 noch einmal zu Recht an⸗— 
zuerkennen; wogegen der König von Preußen durch nach— 
trägliche Zustimmung zur Kaiserwahl Franz' J. seine Pläne 
einer Reichsreform und einer Fürstenkoalition gegen Hsterreich 
aufgab. 
Es war der Abschluß der langen Kämpfe um die Pragma— 
tische Sanktion im Reiche: der erste Abschluß zugleich jener 
Waffengänge zwischen Osterreich und Preußen, in denen das 
nächste Jahrhundert der äußeren Schicksale unseres Volkes zu 
nicht geringem Teile verlaufen sollte. Und in diesem ersten 
Kampfe, darüber konnte kein Zweifel herrschen, hatte schließlich 
doch nicht Osterreich, sondern Vreußen einen ersten Vorteil er⸗ 
rungen. 
Die europäischen Erbfolgekämpfe aber im Anschlusse an 
die Pragmatische Sanktion dauerten noch fort; und erst der 
Friede von Aachen, von Oktober bis Dezember 1748, hat sie 
beendet. Sie schlossen mit der Anerkennung der Nachfolge 
Maria Theresias nach dem Rechte der Pragmatischen Sanktion 
und der Anerkennung der Erwerbung Schlesiens durch Preußen; 
in Italien hatte sterreich Teile Mailands an Sardinien, 
Parma, Piacenza und Guastalla an den Infanten Philipp von 
Spanien abzutreten. 
II. 
Die nächsten Jahre, ja fast das ganze Jahrzehnt nach den 
ersten schlesifchen Kriegen und dem österreichischen Erbfolge⸗ 
kriege bildeten für die beiden großen deutschen Gegner eine Zeit 
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