Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Entstehung und erste Entwicklungsperiode des modernen Bürgertums. 141 
wiederum besonders der schweizerische Handel durch die zu⸗ 
nehmende Schutz- und Prohibitivpolitik der deutschen Terri⸗— 
torien wie auch der schweizerischen Städte, namentlich Berns, 
eingeengt und benachteiligt. 
Wie aber dem wirtschaftlichen Emporkommen der nord⸗ 
deutschen Städte, insbesondere Hamburgs, eine schöne Blüte 
geistigen Lebens entsprach, so fand sich dieselbe Erscheinung 
zuch im Süden ein. Zwar drang, zum großen Teile infolge 
des Refugiantenwesens, fast überall eine erbärmliche französische 
Sprachmengerei vor, und nirgendswo mag in der ersten Hälfte 
des 18. Jahrhunderts das Durcheinander von Deutsch und 
Wälsch schlimmer gewesen sein als eben in der Schweiz: aber 
anderfeits wissen wir doch von Zürich, daß schon im 17. Jahr⸗ 
— lehrtätigen Jugend eingeschult 
war und beinahe die Hälfte der Bevölkerung lesen und schreiben 
konnte; und Basel war in dieser Zeit bereits wiederum der 
Sitz ernster Wissenschaft. Und als dann über die geistige 
Ode der zweiten Hälfte des 17. Jahrhunderts hinweg im 
18. Jahrhundert ein neuer Morgen der Dichtung und der 
schönen Literatur über Deutschland anbrach, da haben ihn an 
erster Stelle Bürger Basels und Zürichs nicht minder begrüßt 
als die Bürger Hamburgs und Bremens!. 
4. Nach dem Bilde der Entwicklung des Bürgertums, 
das wir bisher kennen gelernt haben, war in Deutschland 
zöheres bürgerliches Dasein um 1650 im allgemeinen erstorben; 
—V des deutschen Wesens befand 
sich oasenhaft noch eine Anzahl von Städten, in denen die 
Motive des Verfalls durch besondere neue Ursachen des Auf⸗ 
schwunges gegengewogen worden waren, und die daher noch 
Träger einer größeren und fortschreitenden bürgerlichen Kultur 
hlieben: Hamburg, Bremen, auch Lübeck, Danzig und Königs⸗ 
berg einerseits und anderseits Basel und Zürich, auch allen— 
falls Straßburg und Frankfurt. 
S. dazu Bd. VII, 320 ff.
	        
Waiting...

Note to user

Dear user,

In response to current developments in the web technology used by the Goobi viewer, the software no longer supports your browser.

Please use one of the following browsers to display this page correctly.

Thank you.