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Einleitung.
dem vom Pietismus betretenen Boden weiter schritt, entstand,
diese Bewegungen auf dem Gebiete des Gemütslebens über⸗
holend, spätestens seit etwa 1730 die Strömung der theo—
logischen wie der allgemeinen Aufklärung; und eine natürliche
Theologie, in ihren Anfängen bis auf den Einfluß des antiken
Stoizismus seit dem 16. Jahrhundert zurückreichend, brachte das
Individuum in unmittelbaren, rational vermittelten Zusammen⸗
hang mit dem Prinzip der allgemeinen Vernunft.
Wurde damit auf dem Gebiete des Glaubens, wie leicht
hegreiflich, verhältnismäßig erst spät der Kultus des Ver—
standes zugelassen, so war dessen eigentliche Domäne von vorn—
herein das Gebiet der Wissenschaften. Vor allem natürlich
hder Naturwissenschaft; denn hier störten am wenigsten die
schwer aufzulösenden und deshalb auch unseren Tagen noch
so vielfach grundsätzlich irrational erscheinenden Einwirkungen
der menschlichen Seele. Allerdings begann auch hier das Zeit⸗
aAllter alsbald mit dem Drange nach verstandesmäßigem Wissen
und befriedigte ihn in der ersten Periode fast durchweg durch
magische, panpsychische, astrologische Annahmen oder Aufnahme
antiker, vielfach recht fabulöser Überlieferung; nur in der Mathe⸗
matik begann die Reihe der eigentlich rationalen Fortschritte.
Ganz anders dagegen in der zweiten Periode, seit Galilei und
Descartes. Jetzt wurden nicht durch Suchen unmittelbaren und
traditionellen Wissens, sondern forschungsgemäß, und zwar zu—⸗
nächst deduktiv die Mathematik, experimentell und induktiv da⸗
gegen die Mechanik so gewaltig gefördert, daß wenigstens die
Mechanik mit dem Abschlusse des Zeitalters als im einzelnen
bollendet, wenn auch noch nicht auf die letzten Prinzipien der
einmal eingeschlagenen Betrachtungsweise zurückgeführt gelten
konnte, und daß aus ihr auf rationalem Wege schon die
wichtigsten astronomischen und physikalischen, ja auch teilweise
bereits chemischen Kenntnisse als ableitbar erschienen. Daß
diese Kenntnisse freilich, mit ihrer vollkommenen Verschiebung
zunächst des geozentrischen, dann sogar des heliozentrischen
Standpunktes zugleich eine unwiderrufliche Umbildung jeder
anthropozentrischen Betrachtungsweise und damit im tiefsten