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Zweiundzwanzigstes Buch.
qu'on aimait sans doute toujours beaucoup, comme un bel
idéæal avec lequel on occupe son âme sans jamais croire le
voir réalis6é.“
Wichtiger ist ein anderer Zusammenhang: aus der sentimen—
talen Färbung des Subjektivismus entsteht durch Sturm und
Drang hindurch und unter den Jahren des Klassizismus hin⸗
weg allmählich die seelische Disposition der Zeit der Romantik.
Will man diesen Entwicklungsgang verstehen, so verlohnt es
sich, von einem etwas veränderten Standpunkte noch einmal
auf den Weg des jungen Subjektivismus zurückzublicken.
Geäußert hatte sich das neue Seelenleben zunächst in einer
Erregtheit, die sich in tausend Gefühlen und Empfindungen
brach. Eine überspannte Sinnigkeit, eine überreizte Tätigkeit
der Vorstellungskraft hatte ein Schwelgen und Schwärmen, ein
Sichwiegen und Sichhätscheln in schwellenden und schwirrenden
Gefühlen herbeigeführt, in entschiedenen Fällen bis zur Un—
fähigkeit, sich den Gefühlsergüssen durch verstandesgemäße Vor—
stellungen zu entziehen oder gar zu willensstarken Taten treiben
zu lassen. Es war ein Gefühlsüberschwang, der, wenn bis
zum äußersten fortentwickelt, den Keim der Selbstvernichtung
in sich trug.
Dabei hatten nun diese Gefühle nicht unbewußt und gleich—
sam naiv ausgetönt, sondern sie waren reflektiert worden. Der
Einzelne hatte, eben weil er sich als Subjekt fühlte, seinem
Innenleben kontrollierend, nicht selten bespiegelnd gegenüber
gestanden; er war durch Reflexion ihr Zuschauer geworden.
Auf diese Weise hatte die ständig lauernde Reflexion die Un—
mittelbarkeit der Gefuhlsäußerung derart durchsetzt, daß diese,
an sich schon sentimental schattiert, nun noch einmal und erst
recht gebrochen ausklang.
Konnte nun die Selbstemanzipation des Subjektes auf
die Dauer allein in dieser Selbstbewegung, die zugleich eine
Selbstentäußerung war, bestehen? Sehr bald fanden die
Menschen der sechsziger bis achtziger Jahre des 18. Jahr—
hunderts in der Empfindsamkeit nicht mehr Ruhe; enttäuscht
gingen sie dazu über, nur auf sich gestellt, ohne quietistische