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Einleitung.
menschlicher Subjektivität, die bei aller unübersteiglichen Be—
grenzung ihres Wesens von der oft halb unbewußten An—
schauung durchdrungen ist, daß sie in menschlichen Schranken
freier Herr sei aller Dinge.
Es ist die Zentralvorstellung, von der alle Metaphysik
und alle Frömmigkeit, alle Ethik und alle Asthetik, alle
Phantasie- und alle Willenstätigkeit des subjektivistischen Zeit—
alters getragen ist.
Das Erscheinungsjahr der Kritik der reinen Vernunft
(1781) war das Todesjahr Lessings, das Jahr, in dem Schillers
Räuber gedruckt wurden, das Jahr der Toleranzedikte Josephs II.
und im Grunde auch das Geburtsjahr der subjektivistischen
Metaphysik. Denn indem Kant sich von den Objekten der
Philosophie wegwandte zu dem erkennenden Subjekt und dessen
Erforschung in den Mittelpunkt seiner philosophischen Tätigkeit
stellte, wies er der Metaphysik die Stellung an, die sie seitdem be—
halten hat: die Stellung einer von der menschlichen Erkenntnis—
theorie und damit der Methodologie der Wissenschaften abhängigen
Funktion. Entscheidend aber für die Durchbildung dieser Funktion
war doch wieder der spezifische, soeben festgestellte subjektivistische
Charakter der Persönlichkeit. Indem für diese die Vorstellung
eines ständigen Werdens die eines bloßen Seins früherer Zeiten
abgelöst hatte, indem die moderne Persönlichkeit damit sozu—
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von neuem als wirklich erzeugen mußte, mußte sie auch meta—
physisch mit höchster Kraft und Selbständigkeit ausgestattet
werden, sollte sie, in ihrem Wirklichkeitsbewußtsein nur auf
ein Geschehen angewiesen, das sich im letzten Grunde allein
in ihr ereignete, nicht schwächlich straucheln.
Kant war der erste, der eine diesen Forderungen ent—
sprechende Metaphysik geschaffen hat. Ihm stand über der
Welt der Erscheinungen, die wir durch unsere Verstandeskräfte
kennen lernen, und der wir durch den Charakter der Funktionen
dieser die Gesetze geben, welche sie uns verständlich machen,
eine andere Welt: die Welt der selbstherrschenden Vernunft,
der Ideen. Es ist eine, an sich betrachtet, ideologische Welt: