Metadata : Die Reichsbank 1876 bis 1910

Der  Stoff  der  Sozialwissenschaft,  I,  A.

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der  Vorstellung  der  Eindrücke  und  Stimmungen,  die  dem  Leser  diese
Lektüre  zubringt;  mit  der  Vorstellung  des  ganzen  Gebarens  des  Lesers
beim  Lesen;  wir  sehen  ihn  etwa  über  das  Heft  dieser  Zeitschrift  gebeugt, ­
  das  Blatt  zum  Umwenden  in  der  Hand,  und  so  weiter.  Diese
Fülle  von  Vorstellungen,  die  jene  Aussage  entfesselt,  vermag  sie  doch
wieder  zu  beherrschen.  Einer  geheimnisvollen  Abbreviatur  gleich  hebt
die  kurze  Wortfolge  diese  ganze  Fülle  auf.  Es  ist  also  in  der  Aussage
A  ein  begriffliches  Denken  rege,  dem  das  Mitschwingen  anschaulicher ­
  Vorstellungen  nicht  störend  wird;  es  fordert
dieses  Mitschwingen  geradezu  heraus  1
Dieser  Charakter  ist  aber  den  Aussagen  B  und  C  völlig  fremd.
Je  nachdrücklicher  wir  uns  in  diese  Aussagen  hineindenken,  desto
unduldsamer  verhält  sich  das  begriffliche  Denken  in  ihnen  zur
anschaulichen  Vorstellung.  Wer  der  Augenbewegung  nachsinnt,  von
der  B  berichtet,  empfindet  es  gewiß  nur  als  Störung,  kommt  ihm  von
ungefähr  in  den  Sinn,  daß  der  Leser  beim  Lesen  den  Kopf  auf  den
Arm  stützt.  Was  soll  hier  diese  Vorstellung  1  Sie  schmiegt  sich
absolut  nicht  dem  Gedankengang  in  B  ein.  Sie  gibt  höchstens  den
Anlaß,  die  weitere  Aussage  zu  bilden:  „Die  Kopfmasse  des  Lesers
verharrt  auf  dem  starren  System  des  Armes  in  der  Ruhelage“.  Diese
weitere  Aussage,  ob  nun  hypothetisch  oder  als  Erfahrungsurteil  gebildet, ­
  steht  völlig  gesondert  neben  B.  Vergleichen  wir  dagegen  das
Verhältnis  der  Aussage:  „Der  Leser  stützt  beim  Lesen  den  Kopf  auf
seinen  Arm“  zur  Aussage  A,  so  ergibt  sich,  daß  auch  diese  weitere
Aussage,  mindestens  ihrem  anschaulichen  Inhalt  nach,  schon  in  A
mit  enthalten  ist.
Auch  in  den  psychologischen  Aussagen,  vom  Typus  C,  sträubt
sich  das  begriffliche  Denken  gegen  alle  „bildhafte“  Begleitung.  Selbst
die  „Einheit  des  Bewußtseins“  ändert  daran  nichts  und  mahnt  nur
daran,  daß  hier  Abstraktionen  vorliegen,  mit  denen  der
Wirklichkeit  besondere  Gewalt  angetan  wirdl  Jedenfalls
ist  es  auch  im  Vollzüge  der  Aussage  C  nur  eine  lästige  Störung,  wenn
uns  etwa  in  den  Sinn  kommt,  daß  sich  beim  Leser  Schmerzempfindungen
im  Auge  einstellen.  Das  ist  wieder  eine  Sache  ganz  für  sich,  und  die
eventuellen  „Wechselbeziehungen“  kausaler  Art  wären  erst  recht  wieder
eine  dritte  Sache.  Dies  alles  muß  säuberlich  getrennt  bleiben,  oder
es  kommt  das  begriffliche  Denken,  das  sich  nacheinander  dessen  bemächtigt, ­
  überhaupt  nicht  zustande.
b^ a £ e &en  widerspricht  es  dieser  eigentümlichen  Schroffheit  des
begrifflichen  Denkens  in  B  und  C  keineswegs,  wenn  neben  dem  begrifflich ­
  Gedachten  die  Empfindung  einer  gewissen  Zusammen ­
            
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