einzelne Buchgruppen, deren Verwendung nicht selbstverständ-
lich ist, hervorgehoben. oder doch irgendwie bekannt gemacht
werden muß, daß sie bestimmten Zwecken dienlich sind.
Im Sinne dieser Forderung wird verfahren, wenn in Prospek-
ten, Waschzetteln und anderen Anpreisungen ein Buch als ein
für gewisse Kreise passendes Geschenkbuch oder als geeignete
Einführung in ein bestimmtes Wissensgebiet oder als besonders
praktisches Nachschlagewerk bezeichnet wird. Die verschiedenen
Zwecke der verschiedenen Bücherkäufe werden berücksichtigt,
wenn etwa ein neusprachliches Wörterbuch den Technikern, In-
genieuren und überhaupt den Praktikern besonders wegen seiner
Handlichkeit und praktischen Brauchbarkeit, den Philologen und
Sprachforschern in erster Linie wegen seiner guten wissenschaft-
lichen Grundlage empfohlen wird.
Bei der Durchsicht vieler Reklamen für einzelne Bücher habe
ich den Zweckgesichtspunkt häufig vermißt oder doch seine Be-
handlung viel zu wenig entwickelt gefunden. Jeder vernünftige
Mensch, der sich ein Buch anschafft, verfolgt damit einen Zweck.
Und er wird auf den Kauf und überhaupt auf das Interesse für
ein Buch um so besser eingestellt, je mehr er glaubt, daß es einem
der für ihn in Frage kommenden Zwecke dient. Die möglichen
Kaufzwecke müssen. daher, wenn sie nicht ganz selbstverständ-
lich sind, betont werden. Die bloße Inhaltsangabe ist hier keines-
wegs immer ausreichend; denn sie läßt, wie die Erfahrung lehrt,
nur allzu häufig gar nicht erkennen, was das Buch dem Leser
leisten kann. Natürlich wäre es aber töricht, hieraus abzuleiten,
daß jede einzelne Reklame für ein einzelnes Buch auch
den Zweckgesichtspunkt berücksichtigen muß. So kann natür-
lich die Zweckreklame beim Abdruck einzelner Stellen, wie wir
sie in „Nimm und lies!“ finden, nicht in Frage kommen. Sie
sollte aber keinesfalls unterschätzt werden. So wäre bei der Aus-
stellung einer großen Anzahl von Exemplaren ein und desselben
Buches im Schaufenster häufig eine Tafel, auf welcher die ver-
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