Neue Weltanschauung.
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körperlichen oder nicht körperlichen Objektes alle Eigenschaften
weglaßt, die Euch die Erfahrung lehrt, so könnt Ihr ihm doch
diejenige nicht nehmen, dadurch Ihr es als Substanz oder einer
Substanz anhängig denkt (obgleich dieser Begriff mehr Be—
sttimmung enthält als der eines Objektes überhaupt); Ihr müßt
also, überführt von der Notwendigkeit, womit sich dieser Be—
griff Euch aufdrängt, gestehen, daß er in Eurem Erkenntnis—
bermögen a priori seinen Sitz habe.“
Nach dem in diesen Fällen angewandten Prinzip der Aus—
sonderung ist nun Kant allgemein verfahren. „In der trans⸗
zendentalen Ästhetik“n äußert er ziemlich zu Beginn der Unter⸗
suchungen über die reine Vernunft, „werden wir zuerst die
Sinnlichkeit isolieren, dadurch, daß wir alles absondern, was
der Verstand durch seine Begriffe dabei denkt. Zweitens werden
wir von dieser noch alles, was zur Empfindung gehört, ab—
trennen, damit nichts als reine Anschauung und die bloße
Form der Erscheinungen übrigbleibe, welches das einzige ist,
das die Sinnlichkeit à priori liefern kann. Bei dieser Unter—
uchung wird sich finden, daß es zwei reine Formen sinnlicher
Anschauung als Prinzipien der Erkenntnis a priori gebe,
nämlich Raum und Zeit.“
Raum und Zeit sind demgemäß Kant an sich, außer dem
Subjekte, nichts; sie sind nur die Formen, in denen alle
dvon uns angeschauten Gegenstände sich finden, Formen, die
angewandt werden, sobald uns Gegenstände für unsere Wahr⸗
nehmung gegeben sind. Raum und Zeit gehören deshalb
nach Kant weder zu der Materie der Empfindung, wie Locke
porausgesetzt hatte, noch sind sie à priori in uns liegende,
völlig ohne sinnliche Grundlage denkbare Begriffe, wie sie
die rationalistische Philosophie in der Regel aufgefaßt hatte.
Sie sind vielmehr durchaus anschaulich, da sie unmittelbar
in jede sinnliche Wahrnehmung eingehen und ohne eine solche
zar nicht vorgestellt werden können, haben aber zugleich eine
D. h. der Lehre von der über die bloße Erfahrung hinausgehenden
Empfindung.