I
398
m Ar.
Wegs eine amerikanische Ansiedelung. Der Settler, welcher
Pacht zahlt, baute Hafer und Futtergras, ausserdem Garten
gemüse auf bewässertem Boden und hatte eine Milchwirthschaft.
Butter, Käse und Milch verkauft er an die Goldwäscher.
Am 29. Juni fuhren die Grafen Andrassy, Hoyos und G.
Széchényi nach dem Badeorte Las Vegas ab, wo es heisse
Quellen giebt. Graf Imre Széchényi, Baron Gudenus und ich
machten eine sechsstündige Fahrt in die „Ranches“ der Herren
Springer und Porter, welche jene oben erwähnten Weide
strecken von zusammen ca. 60.000 bis 70.000 Acres gepach
tet haben und darauf seit einigen Jahren \iehzucht treiben.
Wir besahen das Vieh, die Weide und die zwei Quadratmeilen
berieselten Landes, wo sie Futter bauen; die Geschäftsresul
tate des Herrn Porter, der in Texas eine zweite Ranche von
40.000 Acres eigenthümlich besitzt und ein Mann ist, dessen
Vermögen auf anderthalb Millionen Dollars geschätzt wird,
obschon er vor 20 Jahren in Denver mit nichts anfing und
mit einem nur mässigen Capitale vor 15 Jahren nach Cimarron
kam, wo er Kaufmann, Banquier und Viehzüchter ist.
Am 30. Juni und i. Juli fuhren die Herren Graf Imre
Széchényi und Baron Gudenus — ich war durch Unwohlsein
an das Haus gefesselt — auf zwei der erwähnten 8- bis
9000 Fuss hohen Parks, welche als Weidereserven für das
Vieh dienen. Sie fanden den Graswuchs dort üppiger als
unten und eine Gegend von entzückender landschaftlicher Schön
heit; die umgebenden bis 13.000 Fuss hohen Berge, unten
noch schön bewaldet und treffliche Almweiden darbietend.
Das Vieh darauf war gesund und fett. Ein Paar kämpfende
Stiere rannten gegen ihren „Buggy“, warfen ihn um und zer
brachen ihn. Die Herren und der Sohn des General Managers,
Herr Shervin, wurden weit aus dem schiffbrüchigen Wagen
geworfen, doch ohne ernstlichen Schaden zu nehmen. Die Herren
langten zu Pferde am folgenden Tage in Cimarron an.
Am 2. Juli reiste auch Graf Imre Széchényi den voraus
gefahrenen Herren nach, um mit ihnen über Albuquerque auf
der Atlantic-Pacific-Bahn nach Fort Vingate zu fahren und die
dort ansässigen Indianer zu besuchen. Baron Gudenus und ich