Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Ciquidation der alten Formen des wirtschaftl. u. sozialen Lebens. 271 
verschiedene Parteien, die, innerhalb wie außerhalb der Immediat⸗ 
kommission vertreten, die einzuschlagende Politik teils von 
ilteren Standpunkten, teils aber auch, und dies war das Ent— 
scheidende und trotz mancher Anklänge schon in der josephi— 
nischen Reformzeit für die deutsche Geschichte Neue, voni 
Standpunkte der französischen und englischen Forderungen 
sowie vom Standpunkte eines jungen, aufstrebenden deutschen 
Subjektivismus aus zu beeinflussen suchten. 
Die älteren Standpunkte wurden von den Gutsherren 
vertreten, einer konservativen Adelspartei, unter deren Mit— 
zliedern es übrigens noch sehr verschiedene Schattierungen der 
Auffassung gab: von höchst idealistischen Anschauungen, wie sie 
später namentlich Achim von Arnim kundgab, über die auch 
noch ideologisch gefärbten Ideen des Kreises, der sich um das 
„Berliner Abendblatt“ sammelte, bis hin zu der freilich am 
häufigsten wahrzunehmenden rein selbstsüchtigen Vertretung der 
Standesinteressen des gutsherrlichen Junkertums. 
Den Männern solcher Gesinnung trat am schroffsten eine 
radikale Gruppe entgegen, deren Angehörige sich vornehmlich 
für französische Einrichtungen begeisterten und zum Teil, wie 
z. B. Buchholz, selbst allgemein politisch fiür unbedingtes Zu— 
sammengehen der deutschen Staaten mit Frankreich eintraten. 
Mit ihr in gewisser Verbindung, insofern auch sie nicht ohne 
weiteres französische Einflüsse ablehnte, und gleich ihr in 
späterem Sinne des Wortes liberal, doch gemäßigt charak— 
terisiert war eine Gruppe, die sich wesentlich auf englische Ge⸗ 
danken stützte. Sie war vor allem auch im höheren Beamtentum 
bertreten; so gehörten ihr z. B. von Schön, von Vincke und 
bon Raumer, der Historiker, an. 
Die Richtlinie endlich einer vornehmlich deutschen sub— 
jektivistischen Politik im Sinne eines warmherzigen, wahrem 
Fortschritte auf Grund des Bestehenden nicht abholden Kon⸗ 
servatismus vertrat völlig konsequent eigentlich nur der Frei⸗ 
— E 
lichen Energie seiner Einflußnahme fast als eine Partei für 
sich betrachten.
	        
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