Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Die Freiheitskriege: 1809, 1813. 337 
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mannigfaches Unglück gebesserten Fürsten und die Nation 
Deutschlands ihre Selbständigkeit erkümpfen, wo sterreich das 
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Ersatze verlorener Länder verbinden wird, wo das Verdienst 
ihm bleiben muß, den Plänen eines selbstsüchtigen Eroberers 
ein Ende gemacht und Deutschlands Volk seine Freiheit und 
sein Ansehen wiedergegeben zu haben. Dann allein folgt Ruhe 
und mit ihr die Zeit innerer Besserung und Regenerierung des 
Staates.“ Mit Johann aber fühlte seit der Zeit, da sie die 
dritte Gemahlin Kaiser Franzens geworden war, auch die an— 
mutige und liebenswerte estensische Prinzessin Maria Ludovike, 
die man wohl als eine Genossin und Nebeneifrerin der Königin 
Luise bezeichnen darf; unermüdlich war sie im Kampfe gegen 
das trägere Naturell des Kaisers; und im entscheidenden Augen⸗ 
blick trat ihr und Johann auch der Stratege unter den Brüdern 
des Kaisers, Erzherzog Karl, zur Seite. 
War es indes jedem so ganz faßlich, wenn man jetzt schon eine 
wirkliche innerliche Teilnahme der Massen erhoffte? Im unga— 
rischen Reichstage wurde die Kriegsforderung mit einer lärmenden 
Begeisterung aufgenommen, die freilich später die feige Flucht 
ungarischer Reitergeschwader in wichtigen Momenten des Kampfes 
nicht verhindert hat; für die deutschen Lande aber erzählt ein 
Zeuge des Kriegsbeginnes: „Es war kein künstlich aufgeregter 
Enthufiasmus, der ebenso schnell wieder verschwindet, als er 
herbeigeführt wird. Es war jene stille Gemütsstimmung, die 
dem HÖsterreicher eigen ist und ihn geräuschlos vom Worte zur 
Tat treibt.“ Aber neben entschlossener Tat, wie sie Tausende 
von Freiwilligen unter die Fahne führte, und wie sie die⸗ 
jenigen, die nicht kämpfen konnten, zur Fürsorge für Heer und 
Staat veranlaßte, fehlte es doch nicht ganz an Kundgebungen 
—ER00 Bitternis; 
schon geht etwas vom Furor teutonicus durch die Wehr— 
mannslieder Heinrich von Collins aus den Anfangstagen des 
Kampfes. 
Lamprecht, Deutsche Gefchichte. IX. 
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