Full text: Neueste Zeit (Abt. 3)

Die Freiheitskriege: 1809, 1815. 
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einem Briefe an Erzherzog Johann die eigentlichen Ursachen 
der Niederlage dargelegt: „so sind wir verloren, nicht aus 
Mangel an Mitteln, sondern aus Mangel an Köpfen und 
Energie.“ 
Inzwischen aber war, entsprechend dem Verlaufe früherer 
Feldzuge in der legitimistischen Koalitionszeit, auch südlich der 
Alpen, in Italien, gekämpft worden. Die Vorgänge waren 
aber hier von vornherein durch ein Element mitbedingt, das 
sich von der regulären Kriegführung der Heere der absolutisti⸗ 
schen Monarchien des 18. Jahrhunderts, wie sie im allgemeinen 
auch noch in der österreichischen Armee des Jahres 1809 zur 
Anwendung gelangte, deutlich abhob: durch den Aufstand 
Tirols. 
In Tirol waren die Bayern, die das ihnen zugefallene Land 
im Jahre 1808 nach ihrer Art zu organisieren suchten, bald auf 
Widerstand gestoßen. Die Tiroler, vornweg die ländliche Bevölke⸗ 
rung, wollten nicht weichen vor dem aufgeklärten Polizeistaat 
eines französierenden Mitgliedes des Rheinbundes; sie hielten 
zur alten Kirche, zum alten Staat, zum alten Recht, kurz: 
zum Hause Hsterreich; und sie fanden in ihrem Widerstande 
gegen die bayrischen Neuerungen schon früh die unmittelbare 
Unterstützung dieses Hauses, vor allem des Erzherzogs Johann. 
Und da sie von der fremden Regierung an erster Stelle in 
den alten Bräuchen ihrer Selbstverwaltung getroffen wurden, 
die sich für den freien Bauer noch ohne weiteres verbanden mit 
dem Gedanken der Wehrhaftigkeit und dem Recht zur Führung 
der Waffe: so ergab sich ein Zusammenhang, in dem sich gleichsam 
noch eine frühe Urzeit der deutschen Geschichte widerspiegelte, 
und aus ihm die Neigung zu militärischem Zusammenwirken 
und feindlichem Widerstand. 
Und seit Anfang 1809 raunte man sich in Tirol zu, daß 
man in einem Kampfe mit Bayern nicht ohne Hilfe vom 
Hause Habsburg bleiben werde; da waren Vertrauensmänner 
qus dem Lande in Wien gewesen, darunter schon der Passeirer 
Sandwirt, Andreas Hofer, und die wußten es: die Kaiserlichen 
würden kommen.
	        
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