Die Freiheitskriege: 1809, 1815. 367
Sie trugen ihn ohue Sang und Klang,
Ohne Pfeifenspiel und ohne Trommelklang,
Ohne Kanonenmusik, ohne Flintengruß,
Womit man Soldaten begraben muß.
Sie schnitten den Kopf von dem Rumpf ihm ab,
Und legten den Leib in ein schlechtes Grab,
Da schläft er nun bis an den jüngsten Tag,
Wo Gott ihn zu Freuden erwecken mag.
Da schläft der fromme, der tapfere Held,
Ihm ward kein Stein zum Gedächtnis gestellt;
Doch hat er gleich keinen Ehrenstein,
Sein Name wird nimmer vergessen sein.
(E. M. Arndt.)
Beklagenswerter als Schills Los war das seiner Getreuen.
Die Mannschaften seiner Truppen kamen auf die Galeere; die
Offiziere, die man gefangen nahm, elf blühende Leben, wurden
am 16. September zu Wesel am Rhein, paarweise mit Stricken
aneinander gekoppelt, erschossen. Zu spät waren zu ihrer
Rettung englische Schiffe vor Stralsund erschienen. Aber gilt
nicht auch von ihnen, was Max von Schenkendorf von Schill
gesungen hat?
laget nicht, daß ich gefallen,
dasset mich hinüberziehn
Zu der Väter Wolkenhallen,
Wo die ew'gen Freuden blühn ....
Freudig bin auch ich gefallen,
Selig schauend ein Gesicht,
Von den Türmen hört' ich's schallen,
Auf den Bergen schien ein Licht.
Tag des Volkes, du wirst tagen,
Den ich oben feiern will,
Und mein König selbst wird sagen:
„Ruh' in Frieden, treuer Schill.“
Die Waffentaten Schills dürfen, ebenso wie die der
Tiroler, am wenigsten nach ihrem äußeren Erfolge eingeschätzt
werden. Denn eben die Tatsache, daß ihnen dieser nicht be⸗