Die Freiheitskriege: 1809, 1815.
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jetzt zum ersten Male, im Jahre 1812, waren alle Deutsche
ohne Ausnahme einem fremden Herrn dienstbar, mußten alle
deutschen Staaten ohne Ausnahme einem fremden Herrn
Truppen stellen und einem fremden Befehl untergeben sein, um
für eine fremde Sache zu kämpfen.“
Und was kostete der Nation der Feldzug auch noch
finanziell, uber das Blut ihrer Söhne hinaus? Es wird nie
gelingen, auf diesein Gebiete auch nur einigermaßen sichere
Angaben zu gewinnen; dem armen ausgehungerten, aus—
gemergelten Preußen, das kaum noch die eigene Bevölkerung zu
nähren wußte, hat allein der Durchmarsch der großen Armee
etwa 100 Millionen Francs gekostet.
Wir verfolgen hier nicht die weiteren Einzelgeschehnisse,
die unmittelbar den Beginn und Verlauf des ungeheuren
Unternehmens bezeichneten. Genug, daß die Schwierigkeiten
schon bald nach dem Überschreiten der Grenze begannen.
Das war kein Krieg, wie man bisher zu führen gewohnt war.
Wo blieben für die Hunderttausende die reichen Verpflegungs⸗
moöglichkeiten Zentraleuropas oder gar der südlichen Länder?
Fruh schon begegneten die Truppen der mittleren Linien nur
noch Häusern ohne Dach; denn das Stroh der Dächer hatten
die Pferde der vorderen Linien aufgefressen. Und welche
Straßen unter dem brennenden Strahl einer östlichen Sonne!
Hier konnte nur eins noch helfen: das Labsal einer großen,
entscheidenden Schlacht. Aber eben dieser Trunk ward dem
Kaiser vom Feinde nicht gereicht. Die Russen wichen zurück
und zurück; wohl sah der Kaiser ein: zu seinem Verderben;
und dennoch mußte er ihnen folgen. Und als es dann, endlich,
am 7. September, an der Moskwa, zu der ersehnten Schlacht
kam, da zeigte sich, daß der Kaiser einem Massenheere von
120 000 Regulären nebst einer Streitmacht ungezählter Kosaken
nur noch ein Aufgebot von 130 900 Mann gegenüberzustellen
hatte. Und mit diesen siegte er zwar, aber unter äußerster
Mühe, und eine Verfolgung des Feindes blieb ganz außer der
Fähigkeit der erschöpften Truppen.